Selten machte der Anblick eines Kreuz­fahrt­schiffs so traurig: Die Grand Princess lief am Mitt­woch mit einem toten Buckelwal am Bug in den Hafen von Ket­chikan in Alaska ein.

Das fast sieben Meter lange und ver­mut­lich noch junge Tier hatte sich an der „Nase“ des Schiffs ver­fangen – dem soge­nannten Wulstbug. Dieser mar­kante, trop­fen­för­mige Vorbau direkt an der Was­ser­ober­fläche ver­rin­gert den Treib­stoff­ver­brauch, indem er die Bug­welle ver­hin­dert, und ist auf allen Kreuz­fahrt­schiffen zu finden.

Ein Spre­cher von Princess Cruises erklärte gegen­über den ame­ri­ka­ni­schen Medien, dass die Crew des Schiffs „über­rascht“ und „sehr traurig“ gewesen sei, als sie den toten Wal ent­deckte. Man wisse aller­dings nicht, wie und wann er mit der Grand Princess in Kon­takt kam. Zudem sei auch unklar, ob er zu diesem Zeit­punkt noch lebte oder bereits tot war. Das soll nun von den Behörden vor Ort geklärt werden: Sie haben den Tier­körper mit der Hilfe von Fischern an einen geeig­neten Platz gebracht, wo eine Obduk­tion durch­ge­führt werden soll.

Laut Princess Cruises habe die Besat­zung unter­wegs nichts bemerkt und auch keine Wale in der Nähe des Schiffs aus­ge­macht. Für diesen Fall würden genaue Vor­schriften gelten: Wird ein Wal gesichtet, müssen die Schiffe der Ree­derei einen Abstand von min­des­tens 100 Yard (ca. 90 Meter) halten, ihre Geschwin­dig­keit auf maximal 10 Knoten redu­zieren und ihren Kurs ändern.

Alaska erlebte einen ver­gleich­baren Zwi­schen­fall zuletzt im Mai 2016, als die MS Zaandam von Hol­land Ame­rica mit einem toten Finnwal am Bug in den Hafen von Seward ein­fuhr. Die Grand Princess bietet Platz für rund 2.600 Pas­sa­giere und befand sich auf dem dritten Tag einer 10-tägigen Alaska-Kreuz­fahrt ab/​bis San Fran­cisco. Sie ver­ließ den Hafen von Ket­chikan wie geplant noch am selben Tag.