Die Silver Wind der Luxusreederei Silversea ist im März bei einer unan­ge­kün­digten Hygiene-Inspektion der US-Gesundheitsbehörde CDC (Center for Disease Control & Prevention) durch­ge­fallen. Das Schiff schaffte nur 79 von 100 mögli­chen Punkten und verfehlte damit die mindes­tens notwen­digen 86 Punkte deut­lich.

Die Liste an Beanstandungen, die von den Kontrolleuren bei einer Inspektion am 18. März 2018 in San Juan erstellt wurde, umfasst insge­samt 40 Punkte. So wurden unter anderem in verschie­denen Küchenbereichen mehr als zwei Dutzend lebende Fliegen entdeckt, was vermut­lich einen neuen Rekord in der langen CDC-Geschichte bedeutet. Alle Details sind hier nach­zu­lesen.

Dabei hatte die Silver Wind bei der letzten Inspektion am 6. Jänner dieses Jahres noch mit 93 Punkten ganz klar bestanden. Warum nun die zweite Kontrolle gleich so viel schlechter ausfiel, gibt sicher­lich Rätsel auf.

Andererseits war es in den vergan­genen Jahren auch schon anderen Schiffen von Silversea „gelungen“, bei einer CDC-Inspektion durch­zu­fallen: Die Silver Shadow kam im Juni 2013 und im April 2015 jeweils auf nur 82 Punkte – und die Silver Discoverer im Juli 2014 sogar auf ledig­lich 75 Punkte.

Alle Kreuzfahrtschiffe, die US-Häfen anlaufen, werden dort vom CDC in unre­gel­mä­ßigen Abständen und stets unan­ge­kün­digt nach einer umfang­rei­chen Checkliste über­prüft. Die Vorgaben des „Vessel Sanitation Program“ sind dabei sehr streng, aber die Reedereien kennen sie seit Jahren und wissen genau, was sie erwartet.

Das zeigt auch die bishe­rige Bilanz des CDC in diesem Jahr: Von den mehr als 70 Schiffen, die 2018 inspi­ziert wurden, sind nur zwei durch­ge­fallen – die Silver Wind (79 Punkte) und das von Ferries Del Caribe betrie­bene Fährschiff „Kydon“ (78 Punkte). Dafür haben nicht weniger als zehn Kreuzfahrtschiffe die Höchstzahl von 100 Punkten erreicht.

Verfehlt ein Kreuzfahrtschiff die Minimalanforderung von 86 Punkten, kann es zwar im Normalfall seine Reise fort­setzen, erhält aber eine Frist für die Behebung der Mängel. Fällt es dann bei der „Nachprüfung“ neuer­lich durch, kann es von den Behörden so lange im Hafen fest­ge­setzt werden, bis alle Missstände endgültig besei­tigt sind.