Damit hatte nie­mand gerech­net: Die Meyer Werft wird die neue AIDAnova nicht recht­zei­tig an AIDA Cruises über­ge­ben kön­nen. Die Reederei muss daher alle vier Vorpremieren-Kreuzfahrten absa­gen. Die Jungfernfahrt am 2. Dezember 2018 ist hin­ge­gen nicht gefähr­det.

Eigentlich hätte die AIDAnova am 26. Oktober vom nie­der­län­di­schen Emshaven zu einer fünf­tä­gi­gen Testfahrt in die Nordsee auf­bre­chen sol­len. Doch dazu wird es vor­erst nicht kom­men: Wie die Meyer Werft in einer Aussendung mit­teilt, wird sich die erste län­gere See-Erprobung ver­zö­gern – und damit auch die Ablieferung an AIDA Cruises.

Als größ­tes Kreuzfahrtschiff, das jemals in Deutschland gebaut wurde, und ers­tes welt­weit, das zu 100 Prozent mit Flüssigerdgas (LNG) betrie­ben wer­den kann, handle es sich bei der neuen AIDAnova um einen „sehr kom­ple­xen und inno­va­ti­ven Prototyp mit einer Vielzahl an tech­ni­schen Neuentwicklungen“, betont Geschäftsführer Tim Meyer.

Die erst­ma­lige Inbetriebnahme, Erprobung und Indienststellung des Schiffs sei daher eine „große Herausforderung“ für alle Beteiligten, so Meyer: „Es gilt, alle Systeme umfas­send zu tes­ten und einen rei­bungs­lo­sen Betrieb sicher­zu­stel­len. Die Terminplanung der Tests kann auf­grund des aktu­el­len Ausbaustatus lei­der nicht mehr ein­ge­hal­ten wer­den“.

Man bedauere diese Terminänderung sehr, heißt es wei­ter: „Für die Meyer Werft ist es aber sehr wich­tig, dass wir das Schiff äußerst gründ­lich tes­ten und erpro­ben sowie in der gewohnt hohen Qualität fer­tig­stel­len und an die Reederei über­ge­ben kön­nen.“

Wie lokale Medien berich­ten, war es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zu einem Brand auf der AIDAnova in Eemshaven gekom­men. Die mehr als 2.000 Personen, die sich gerade an Bord befan­den, muss­ten das Schiff ver­las­sen. Das Feuer war in zwei Kabinen aus­ge­bro­chen, konnte aber rasch gelöscht wer­den. Ob das der Grund für die Verspätung ist, ver­rät die Meyer Werft aller­dings nicht.

AIDA Cruises ist nun jeden­falls gezwun­gen, die vier Vorpremieren-Kreuzfahrten zwi­schen dem 15. November und dem 2. Dezember 2018 ersatz­los zu strei­chen. Die betrof­fe­nen Kunden wur­den bereits über die Absagen infor­miert. Sie erhal­ten den vol­len Reisepreis zurück und einen Rabatt von 50 Prozent für ihre nächste AIDA-Kreuzfahrt mit einer Dauer von maxi­mal 14 Tagen.

Keine Auswirkungen hat die Verspätung für die Jungfernreise der AIDAnova von Hamburg zu den Kanarischen Inseln: Sie wird wie geplant am 2. Dezember 2018 begin­nen. In ihrer Premierensaison bereist die AIDAnova ab Mitte Dezember 2018 auf jeweils sie­ben­tä­gi­gen Kreuzfahrten die Inselwelt der Kanaren und Madeira.

Diese Vorpremiere-Kreuzfahrten fal­len aus:

15. – 19. November 2018: Bremerhaven – Oslo – Hamburg
19. – 23. November 2018: Hamburg – Rotterdam – Hamburg
23. – 27. November 2018: Hamburg – Oslo – Hamburg
27. November – 02. Dezember 2018: Hamburg – Rotterdam – Hamburg