Ein fran­zö­si­sches Gericht hat den ameri­ka­ni­schen Kapitän der MS Azura von P&O Cruises wegen Luftverschmutzung im Hafen von Marseille zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verur­teilt. 20.000 Euro muss er selbst bezahlen, 80.000 Euro sein Arbeitgeber – die Carnival Corporation.

Laut fran­zö­si­schen Medien sah es das Gericht als erwiesen an, dass die MS Azura im März 2018 im Hafen von Marseille einen Kraftstoff verwendet hatte, dessen Schwefelgehalt über den erlaubten 1,5 Prozent lag – und dass der Kapitän des Schiffs davon wusste.

Diese Höchstgrenze wird von einer euro­päi­schen Richtlinie für alle Häfen des Kontinents vorge­schrieben. Während eines Zwischenstopps hatten Inspektoren aber fest­ge­stellt, dass das Schiff mit einem billi­geren Treibstoff unter­wegs war, den es eigent­lich nur auf hoher See verwenden durfte.

Weil die briti­sche Reederei P&O Cruises – wie auch AIDA Cruises, Costa, Princess, Cunard und Holland America – zur Carnival Corporation gehört, wurde diese dazu verdon­nert, den Großteil der Geldstrafe zu über­nehmen. Die MS Azura wurde 2010 gebaut und bietet Platz für rund 3.000 Passagiere.