Auf der Oasis of the Seas von Royal Caribbean – einem der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt – ist während einer sieben­tä­gigen Karibik-Kreuzfahrt ein Norovirus ausge­bro­chen. Die Reederei hat die Reise daraufhin vorzeitig abge­bro­chen und den Ozeanriesen zurück in seinen Heimathafen Port Canaveral beor­dert.

Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC (Center for Disease Control) haben sich mindes­tens 266 Passagiere und elf Crew-Mitglieder mit dem hoch anste­ckenden Magen-Darm-Virus infi­ziert. Bei insge­samt mehr als 6.000 Passagieren und fast 2.200 Crew-Mitgliedern sind damit rund 3 Prozent der Menschen an Bord betroffen.

Oasis of the Seas (c) Royal Caribbean International

Das ist zwar nicht gerade viel – und gesunde Menschen haben die Erkrankung in der Regel auch nach zwei bis drei Tagen über­standen. Doch die Bestimmungen der CDC sehen bei einem Norovirus vor, dass das Schiff voll­ständig desin­fi­ziert wird, bevor es zur nächsten Kreuzfahrt aufbricht – und das ist in den wenigen Stunden zwischen einem normalen Passagierwechsel schlichtweg nicht machbar.

Der Norovirus-Ausbruch begann, als die Oasis of the Seas am zweiten Tag ihrer Reise durch die Karibik von Haiti nach Jamaica unter­wegs war. Die Reederei hatte zunächst noch gehofft, der Ausbruch könne gebremst werden. Doch im Hafen von Falmouth war die Zahl der erkrankten Gäste bereits so hoch, dass die örtli­chen Behörden keine Landgänge mehr erlaubten. Die Passagiere mussten an Bord bleiben.

Oasis of the Seas (c) Royal Caribbean International

Royal Caribbean beschloss daraufhin, den nächsten Hafen auf der mexi­ka­ni­schen Insel Cozumel zu strei­chen und das Schiff direkt zurück in seinen Heimathafen Port Canaveral in Florida zu schi­cken. Dort wird es nun einen Tag früher ankommen, sodass die zusätz­liche Reinigung bis zur nächsten Abfahrt am 13. Jänner 2019 problemlos erfolgen kann.

Viele Passagiere veröf­fent­lichten Updates in den sozialen Medien. Einige zeigten sich verständ­nis­voll, andere wiederum nicht sehr glück­lich über die Situation an Bord. Royal Caribbean hat aber bereits eine volle Rückerstattung des Kreuzfahrtpreises binnen zwei Wochen ange­kün­digt. Zudem erhalten die Passagiere eine Entschädigung für Umbuchungen von Flügen oder Hotels in der Höhe von bis zu 400 bzw. 200 US-Dollar.

Laut den Regeln der CDC muss ein Norovirus-Ausbruch an die Behörde gemeldet werden, sobald mehr als 2 Prozent der Passagiere erkrankt sind. Der letzte Norovirus an Bord eines Schiffs von Royal Caribbean wurde demnach im Dezember 2017 gemeldet. Damals waren 310 der 4.160 Gäste und 22 der 1.398 Crew-Mitglieder der Independence of the Seas betroffen.