Nach den Wünschen von Royal Caribbean International hätte die neue Harmony of the Seas vor dem Start zu ihrer Jungfernfahrt in Southampton nur für posi­tive Schlagzeilen in den bri­ti­schen Medien sor­gen sol­len. Doch nun ist genau das Gegenteil der Fall.

„Meuterei auf der Harmony“ titelt zum Beispiel die Daily Mail in ihrer Online-Ausgabe, wäh­rend The Telegraph von „wüten­den Passagieren“ nach einer „chao­ti­schen Testfahrt“ berich­tet – und die zahl­rei­chen Bilder dazu las­sen kei­nen Raum für Zweifel.

Harmony of the Seas (c) Royal Caribbean International

Offenbar war das größte Kreuzfahrtschiff der Welt – ent­ge­gen den Jubelmeldungen der Reederei – doch noch nicht fer­tig­ge­stellt, als es vor der Jungfernreise am 22. Mai 2016 zu einer vier­tä­gi­gen Testfahrt von Southampton nach Rotterdam und wie­der zurück aus­lief.

Mit an Bord waren Vertreter der Presse und von Reisebüros und -ver­an­stal­tern aus aller Welt, aber auch viele zah­lende Passagiere, die nun ihr Geld zurück­ha­ben wol­len. Denn laut ihren Berichten wurde auf der Harmony of the Seas noch an fast allen Ecken und Enden gear­bei­tet – und das Tag und Nacht.

Einige Passagierbereiche waren dadurch gar nicht erst zugäng­lich und in ande­ren lag Baumaterial herum – vom Baulärm ein­mal ganz abge­se­hen. Aber auch sonst klappte vie­les noch nicht nach Wunsch auf dem neuen Schiff. So beklag­ten sich meh­rere Passagiere über nicht funk­tio­nie­rende Toiletten und lange Schlangen vor den Restaurants und Bars mit Wartezeiten von bis zu drei Stunden.

Angeblich soll Kapitän Gus Andersson eini­gen Passagieren erzählt haben, dass er die Reederei recht­zei­tig gewarnt habe: Das Schiff sei nicht fer­tig und könne daher auch nicht mit Gästen aus­lau­fen. Die Zentrale in Miami habe aber ent­schie­den, das Programm trotz­dem wie geplant durch­zu­zie­hen. Ein Sprecher von Royal Caribbean International wollte sich dazu laut bri­ti­schen Medien nicht äußern.

Inzwischen ist die Harmony of the Seas am 29. Mai 2016 in Southampton zu ihrer Jungfernfahrt auf­ge­bro­chen, die sie in acht Tagen nach Barcelona füh­ren wird. Von dort ste­hen bis Oktober 2016 Kreuzfahrten im west­li­chen Mittelmeer auf dem Programm, ehe das Schiff im November 2016 in sei­nen künf­ti­gen Heimathafen in Port Everglades über­sie­delt. Dort wird es ganz­jäh­rig 7-Nächte-Kreuzfahrten in die west­li­che Karibik anbie­ten.