GROSSE SCHIFFE

Norwegian Breakaway fällt bei Hygiene-Inspektion durch

Die Nor­we­gian Bre­aka­way ist das erste Kreuz­fahrt­schiff in die­sem Jahr, das eine Hy­giene-In­spek­tion durch die US-Ge­sund­heits­be­hörde USPH (United Sta­tes Pu­blic He­alth) nicht be­stan­den hat: Das Schiff von Nor­we­gian Cruise Line er­reichte am Ende nur 84 von 100 Punk­ten. Min­des­tens 86 wä­ren aber not­wen­dig ge­we­sen.

Die In­spek­to­ren des Cen­ter for Di­se­ase Con­trol & Pre­ven­tion (CDC) ka­men am 10. März 2019 im Ha­fen von New Or­leans un­an­ge­kün­digt an Bord der Nor­we­gian Bre­aka­way. Laut dem Be­richt, der auf der Web­site der Be­hörde ver­öf­fent­licht wurde, ent­deck­ten sie un­ter an­de­rem Flie­gen in meh­re­ren Grill­sta­tio­nen und Bars, ei­nen stark mit Spei­se­res­ten ver­schmutz­ten Be­reich zum Wa­schen der Töpfe und meh­rere schmut­zige Kü­chen.

Nor­we­gian Bre­aka­way in Mi­ami (c) Nor­we­gian Cruise Line

Zu­dem stell­ten die In­spek­to­ren fest, dass sich die me­di­zi­ni­sche Ab­tei­lung nicht an alle Vor­schrif­ten ge­hal­ten hatte, die bei an Gas­tro­en­teri­tis er­krank­ten Crew-Mit­glie­dern die An­ste­ckung ih­rer Kol­le­gen ver­hin­dern sol­len.

Das al­les ist nicht nur pein­lich, son­dern auch ver­wun­der­lich. Denn seit ih­rem Start 2013 hat die Nor­we­gian Bre­aka­way alle elf Hy­giene-In­spek­tio­nen pro­blem­los be­stan­den. Auch die letzte In­spek­tion im April 2018 en­dete mit sehr gu­ten 98 Punk­ten. Über­haupt ist bis­her noch nie ein Schiff von Nor­we­gian Cruise Line bei ei­ner Hy­giene-In­spek­tion durch­ge­fal­len, was nicht viele Ree­de­reien von sich be­haup­ten kön­nen.

Alle Kreuz­fahrt­schiffe, die Hä­fen in den USA an­lau­fen, wer­den im Rah­men des „Ves­sel Sa­ni­ta­tion Pro­gram“ (VSP) zwei­mal pro Jahr un­an­ge­kün­digt nach ei­ner um­fang­rei­chen Check­liste über­prüft. Die Vor­ga­ben sind sehr streng, aber die Ree­de­reien ken­nen sie seit Jah­ren und wis­sen ge­nau, was sie er­war­tet.

Das zeigt auch die Bi­lanz im ver­gan­ge­nen Jahr: Von den fast 200 Schif­fen, die 2018 in­spi­ziert wur­den, fie­len nur sie­ben durch – und da­von stamm­ten mit der Car­ni­val Li­berty (83 Punkte), der Sil­ver Wind (79) und der In­si­gnia (80) nur drei von nam­haf­ten Ree­de­reien. Da­für schaff­ten 18 die Höchst­zahl von 100 Punk­ten. Auch in die­sem Jahr ist das be­reits zwei von 22 Schif­fen ge­lun­gen – der Ce­le­brity Sum­mit von Ce­le­brity Crui­ses und der Rhap­sody of the Seas von Royal Ca­rib­bean.

Ver­fehlt ein Kreuz­fahrt­schiff die Mi­ni­mal­an­for­de­rung von 86 Punk­ten, kann es zwar im Nor­mal­fall seine Reise fort­set­zen, er­hält aber eine Frist für die Be­he­bung der Män­gel. Fällt es dann bei der „Nach­prü­fung“ neu­er­lich durch, kann es von den Be­hör­den so lange im Ha­fen fest­ge­setzt wer­den, bis alle Miss­stände end­gül­tig be­sei­tigt sind.

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