Kurz vor dem Beginn der Som­mer­saison 2019 muss One Ocean Expe­di­tions auf zwei seiner drei gechar­terten Schiffe ver­zichten: Die rus­si­schen Eigen­tümer haben die „Aka­demik Ioffe“ und die „Aka­demik Sergey Vavilo“ völlig über­ra­schend und ohne Angabe von Gründen aus dem Dienst genommen.

One Ocean Expe­di­tions ist Kanadas füh­render Ver­an­stalter für Expe­di­ti­ons­kreuz­fahrten in die Polar­re­gionen und hatte beiden For­schungs­schiffe bereits seit 2011 von rus­si­schen Behörden gechar­tert. Laut dem Unter­nehmen ver­fügte man auch über einen gül­tigen Char­ter­ver­trag für die Saison 2019/​20.

RCGS Reso­lute (c) One Ocean Expe­di­tions

„In den letzten Tagen wurden wir dar­über infor­miert, dass die Eigner der Ioffe und Vavilov die Schiffe plötz­lich und uner­wartet vom Pas­sa­gier­ser­vice zurück­ge­zogen haben. Ihre Ent­schei­dung ist für uns eine völ­lige Über­ra­schung, liegt aber außer­halb unserer Kon­trolle. Der Bruch des Ver­trags wird jetzt Gegen­stand recht­li­cher Schritte sein“, erklärt Geschäfts­füh­rerin Cathe­rine Lawton in einer offi­zi­ellen Mit­tei­lung.

Jeden­falls ver­bleibt One Ocean Expe­di­tions vor­erst nur noch die „RCGS Reso­lute“. Die Kana­dier hatten die ehe­ma­lige MS Han­seatic von Hapag-Lloyd Cruises erst im November 2018 für zehn Jahre gechar­tert und wollten damit die Kapa­zität der Flotte eigent­lich um 40 bis 50 Pro­zent erhöhen. Das Unter­nehmen will nun mög­lichst viele Kunden, die bereits die beiden rus­si­schen Schiffe gebucht haben, auf die „RCGS Reso­lute“ umbu­chen. Wo das nicht mög­lich ist, werde der Rei­se­preis rück­erstattet.

Update vom 31. Mai 2019

Das P.P. Shir­shov Insti­tute der Rus­si­schen Aka­demie der Wis­sen­schaften als Eigen­tümer der „Aka­demik Ioffe“ und „Aka­demik Sergey Vavilo“ hat cruise4news mit­ge­teilt, dass die staat­liche Gesell­schaft keine ver­trag­li­chen Bezie­hungen zu One Ocean Expe­di­tions habe. Die beiden Schiffe seien von Ter­ra­gelida Ship Manage­ment Ltd. bis Herbst 2019 gechar­tert und stünden – ord­nungs­gemäß gewartet – im Hei­mat­hafen Kali­nin­grad zur Ver­fü­gung.

„Wie uns Ter­ra­gelida mit­teilte, wurden die Schiffe dem Rei­se­ver­an­stalter One Ocean Expe­di­tions ange­boten, nachdem es zu einem unge­lösten Streit zwi­schen den beiden Par­teien kam“, berichtet Direktor Ivan Budarin. Das Institut könne daher nicht für die Annul­lie­rung von Kreuz­fahrten ver­ant­wort­lich gemacht werden, die von One Ocean Expe­di­tions ange­kün­digt wurden.