Proteste auf Mallorca: Nur noch ein Kreuzfahrtschiff pro Tag?

In Palma de Mal­lorca for­miert sich eine neue In­itia­tive ge­gen den Kreuz­fahrt-Tou­ris­mus: Wie das „Mal­lorca Ma­ga­zin“ be­rich­tet, ha­ben Bür­ger der Stadt ge­mein­sam mit 23 Um­welt­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen eine lange Liste an For­de­run­gen an die Stadt­ver­wal­tung über­mit­telt. Wer­den sie er­füllt, ha­ben die gro­ßen Ree­de­reien ein ech­tes Pro­blem.

Wich­tigs­ter Punkt des For­de­rungs­ka­ta­logs: Künf­tig soll nur noch ein Kreuz­fahrt­schiff pro Tag mit ma­xi­mal 4.000 Pas­sa­gie­ren im Ha­fen von Palma de Mal­lorca an­le­gen dür­fen. Zu­dem will die In­itia­tive eine Er­hö­hung der Tou­ris­ten­steuer für Kreuz­fahrt-Gäste von 2 auf 5 Euro pro Per­son und eine strenge Kon­trolle des Was­ser- und Strom­ver­brauchs der Schiffe so­wie der Luft­ver­schmut­zung, die sie im Ha­fen ver­ur­sa­chen.

Palma de Mal­lorca (c) pixabay

Au­ßer­dem solle das Mit­tel­meer zu ei­ner so­ge­nann­ten „Emis­sion Con­trol Area“ (ECA) er­klärt wer­den, wie es be­reits in der Nord­see und in der Ost­see pas­siert ist. Dann dürf­ten die Kreuz­fahrt­schiffe un­ter an­de­rem nur noch ei­nen Treib­stoff mit ma­xi­mal 0,10 Pro­zent Schwe­fel­ge­halt ver­wen­den.

Der Mas­sen­tou­ris­mus ent­werte das his­to­ri­sche und kul­tu­relle Erbe der Mal­lor­qui­ner, kri­ti­siert die In­itia­tive. Zu­gleich be­deute der CO2-Aus­stoß der Kreuz­fahrt­schiffe eine Ge­sund­heits­ge­fahr für die Bür­ger von Palma. Trotz­dem sei in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht ge­gen das Wachs­tums die­ses Wirt­schafts­zweigs un­ter­nom­men wor­den.

Die Zahl der Kreuz­fahrt­tou­ris­ten in Palma de Mal­lorca ist zwi­schen 2009 und 2018 von 545.000 auf 1,19 Mil­lio­nen ge­stie­gen. An man­chen Ta­gen im Som­mer lie­gen vier bis fünf große Kreuz­fahrt­schiffe gleich­zei­tig im Ha­fen und ent­las­sen dann bis zu 15.000 Pas­sa­giere in die Alt­stadt. Zu­dem weist Palma laut ei­ner ak­tu­el­len Stu­die nach Bar­ce­lona die höchste Luft­ver­schmut­zung durch Kreuz­fahrt­schiffe in Eu­ropa auf.