Strengere Regeln für Kreuzfahrtschiffe auf Spitzbergen

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Die Nor­we­gian Ma­ri­time Ad­mi­nis­tra­tion (NMA) ar­bei­tet der­zeit an neuen Si­cher­heits­be­stim­mun­gen für Kreuz­fahr­schiffe, die in den nor­we­gi­schen Ho­heits­ge­wäs­sern rund um Spitz­ber­gen un­ter­wegs sind. Sie sol­len am 1. Jän­ner 2020 in Kraft tre­ten, wie „Cruise In­dus­try News“ be­rich­tet.

Als Ziel der neuen Ver­ord­nung nennt die NMA, das Ri­siko von Zwi­schen­fäl­len in Spitz­ber­gen und da­mit die Schä­di­gung von Le­ben und Um­welt zu ver­rin­gern. Er­rei­chen will sie das vor al­lem, in­dem künf­tig alle Kreuz­fahrt­schiffe, die nach Spitz­ber­gen kom­men, den „Polar­code“ der In­ter­na­tio­nal Ma­ri­time Or­ga­ni­sa­tion (IMO) ein­hal­ten müs­sen – was bis­her nicht im­mer der Fall war.

MS Fram in Spitz­ber­gen (c) Hur­tig­ru­ten

Zu den neuen An­for­de­run­gen der NMA ge­hö­ren bei­spiels­weise Stan­dards für eine si­chere Rück­kehr in den Ha­fen auf SO­LAS-Ni­­veau. Das heißt, dass es zwei Haupt­zo­nen an Bord ge­ben muss, in de­nen die Pas­sa­giere im Brand­fall in ei­nen si­che­ren Be­reich eva­ku­iert wer­den kön­nen.

Wei­tere Re­geln be­tref­fen die Sta­bi­li­tät der Schiffe bei ver­schie­de­nen Schä­den und die Mög­lich­kei­ten, kranke und ver­letzte Pas­sa­giere zu be­treuen – ein­schließ­lich Eva­ku­ie­run­gen durch Hub­schrau­ber. Nicht zu­letzt müs­sen alle Pas­sa­giere, die in of­fe­nen Ten­der­boo­ten oder Zo­diacs an Land ge­bracht wer­den, Ganz­kör­per­an­züge mit Wär­me­schutz und schwim­men­den Ele­men­ten tra­gen.

MS Bre­men vor Spitz­ber­gen (c) Ha­­pag-Lloyd Crui­ses

Da im Spit­z­ber­gen-Ar­chi­­pel große, nicht kar­tierte Ge­wäs­ser exis­tie­ren, neue Ge­biete durch die Eis­schmelze zu­gäng­lich wer­den und sich die Eis­be­din­gun­gen stän­dig än­dern, bie­ten die ört­li­chen Be­din­gun­gen be­son­dere Ri­si­ko­fak­to­ren. Diese könn­ten die Un­fall­wahr­schein­lich­keit er­hö­hen, wenn sie nicht an­ge­gan­gen wer­den, er­klärt die NMA.

Hin­ter­grund all die­ser Maß­nah­men ist der mas­siv wach­sende Schiffs­ver­kehr in der Ark­tis in den letz­ten Jah­ren. Wur­den 2008 in Spitz­ber­gen ins­ge­samt 38.737 Pas­sa­giere von Kreu­z­­fahrt- und Ex­pe­di­ti­ons­schif­fen ge­zählt, wa­ren es 2018 be­reits 66.900. In der Sai­son 2019 er­war­tet das Sval­bard Cruise Net­work laut „Cruise In­dus­try News“ rund 300 An­läufe von Ex­pe­di­ti­ons­schif­fen mit ins­ge­samt rund 20.000 Pas­sa­gie­ren. Dazu kom­men 21 tra­di­tio­nelle Kreuz­fahrt­schiffe. Der größte Be­su­cher ist da­bei die MSC Pre­ziosa mit 3.500 Pas­sa­gie­ren.

Wäh­rend das Ex­pe­di­ti­ons­seg­ment ge­gen­über 2018 wei­ter wächst, ver­zeich­net der re­gu­läre Kreuz­fahrt­markt in die­sem Jahr sechs An­läufe we­ni­ger, wird aber laut den bis­her vor­lie­gen­den An­mel­dun­gen schon 2020 wie­der zu­le­gen. Lon­gye­ar­byen plant da­her be­reits ein neues schwim­men­des Pier. Au­ßer­dem soll die Tou­­ris­­ten-In­­­for­­ma­­tion, die sich der­zeit noch 1,5 Ki­lo­me­ter ent­fernt be­fin­det, di­rekt in den Ha­fen ver­legt wer­den.

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