Norwegian Spirit (c) Norwegian Cruise Line

US-Reedereien präsentieren Vorschläge für Neustart der Kreuzfahrt

Die Royal Ca­rib­bean Group und Nor­we­gian Cruise Line Hol­dings ha­ben der US-Ge­sund­heits­be­hörde CDC ge­mein­same Emp­feh­lun­gen für ei­nen mög­li­chen Neu­start der Kreuz­fahr­ten in den USA über­mit­telt. Er­ar­bei­tet wur­den sie von ei­nem „He­althy Sail Pa­nel“ mit an­er­kann­ten Ex­per­ten, das die bei­den Ree­de­reien im Juni die­ses Jah­res ge­grün­det hat­ten.

Der 65-sei­tige Be­richt des „He­althy Sail Pa­nel“ ent­hält 74 de­tail­lierte Best-Prac­tice-Bei­spiele zum Schutz der Ge­sund­heit und Si­cher­heit der Gäste, der Be­sat­zung und der De­sti­na­tio­nen, die von den Kreuz­fahrt­schif­fen an­ge­lau­fen wer­den. Zu den Emp­feh­lun­gen zäh­len PCR-Tests, die Ver­wen­dung von Schutz­mas­ken und noch­mals ver­bes­serte Hy­gie­ne­vor­schrif­ten auf den Schif­fen und in den Ter­mi­nals. Der voll­stän­dige Be­richt steht hier zur Ver­fü­gung.

Sym­phony of the Seas (c) Royal Ca­rib­bean In­ter­na­tio­nal

Wie die Royal Ca­rib­bean Group und Nor­we­gian Cruise Line Hol­dings in ei­ner ge­mein­sa­men Aus­sendung er­klä­ren, wol­len sie die Vor­schläge des Ex­per­ten­gre­mi­ums nut­zen, um die Ent­wick­lung neuer, de­tail­lier­ter Be­triebs­pro­to­kolle vor­an­zu­brin­gen. Sie sol­len dann der CDC und an­de­ren Auf­sichts­be­hör­den welt­weit zur Über­prü­fung und Ge­neh­mi­gung vor­ge­legt wer­den – als „wich­ti­ger Mei­len­stein für den Neu­start welt­wei­ter Kreuz­fahr­ten“.

Kon­kret hat das He­althy Sail Pa­nel fünf Schwer­punkte iden­ti­fi­ziert, auf die sich jede Ree­de­rei kon­zen­trie­ren sollte, um die Ge­sund­heit und Si­cher­heit der Pas­sa­giere und Be­sat­zung si­cher zu stel­len und das Ri­siko ei­ner In­fek­tion und der Ver­brei­tung von Co­vid-19 auf Kreuz­fahrt­schif­fen zu ver­rin­gern. Dazu ge­hört je­weils eine ganze Reihe von de­tail­lier­ten Emp­feh­lun­gen, die teil­weise deut­lich über al­les hin­aus­ge­hen, was ak­tu­ell auf den Kreuz­fahr­ten in Eu­ropa ge­tan wird. Die wich­tigs­ten Punkte lis­ten wir hier ge­kürzt auf:

Na­vi­ga­tor of the Seas in Mi­ami (c) Royal Ca­rib­bean In­ter­na­tio­nal

Gesundheitsscreenings und Covid-19-Tests

- Alle Gäste sol­len zwi­schen fünf Ta­gen und 24 Stun­den vor der Ein­schif­fung auf Co­vid-19 ge­tes­tet wer­den und nur dann das Schiff be­tre­ten dür­fen, wenn dem Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men ein ne­ga­ti­ves Er­geb­nis mit­ge­teilt wurde.

- Bei der Ein­schif­fung sol­len alle Gäste ei­ner Ge­sund­heits­un­ter­su­chung un­ter­zo­gen wer­den, um Co­vid-19-Sym­ptome zu iden­ti­fi­zie­ren. Auch ihre Tem­pe­ra­tur soll bei der Ein­schif­fung über ein kon­takt­lo­ses Ge­rät ge­mes­sen wer­den.

- Wer Sym­ptome oder eine er­höhte Tem­pe­ra­tur auf­weist, soll ei­nem wei­te­ren Scree­ning durch me­di­zi­ni­sches Per­so­nal un­ter­zo­gen wer­den, das fest­stellt, ob ob der Per­son das Ein­stei­gen ver­wei­gert wird. Das gilt auch für Gäste, die in en­gem Kon­takt mit die­ser Per­son ge­stan­den sind.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len Gäs­ten, bei de­nen ein er­höh­tes Ri­siko für schwere Krank­hei­ten be­steht, emp­feh­len, sich vor dem Rei­se­an­tritt an ih­ren Arzt zu wen­den.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len Pro­zesse und Pro­to­kolle für das be­rüh­rungs­lose Ein­che­cken und das schnel­lere Ein­stei­gen ver­wen­den, um die Kon­takte und eine mög­li­che Über­las­tun­gen im Ter­mi­nal zu ver­rin­gern.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len ein­mal täg­lich Tem­pe­ra­tur­prü­fun­gen für Gäste und Be­sat­zungs­mit­glie­der an Bord durch­füh­ren. Zu­dem sol­len rou­ti­ne­mä­ßige Me­tho­den zum Scree­ning von Sym­pto­men an­ge­wen­det wer­den, um si­cher zu stel­len, dass po­ten­zi­elle Co­vid-19-In­fek­tio­nen so schnell wie mög­lich er­kannt wer­den.

Sym­phony of the Seas (c) Royal Ca­rib­bean In­ter­na­tio­nal

Bessere Belüftung und strengere Hygieneprotokolle

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len von Gäs­ten und Be­sat­zungs­mit­glie­dern ver­lan­gen, dass sie Ge­sichts­mas­ken tra­gen. Crew-Mit­glie­der mit län­ge­rem Kon­takt mit den Gäs­ten sol­len zu­sätz­lich auch eine per­sön­li­che Schutz­aus­rüs­tung tra­gen müs­sen.

- Beim Neu­start der Kreuz­fahrt soll die Aus­las­tung der Schiffe so an­ge­passt wer­den, dass eine an­ge­mes­sene phy­si­sche Di­stan­zie­rung an Bord mög­lich ist – je nach Größe und De­sign der Schiffe.

- Die Ein­rich­tun­gen an Bord und an den Ter­mi­nals sol­len ge­än­dert wer­den, um die phy­si­sche Di­stan­zie­rung zu för­dern und zu er­leich­tern – auch mit Be­schil­de­run­gen und Bo­den­mar­kie­run­gen.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len ver­schie­dene Me­tho­den zur Kon­takt­ver­fol­gung an­wen­den, um si­cher zu stel­len, dass alle po­ten­zi­el­len Co­vid-19-In­fek­tio­nen so schnell wie mög­lich er­kannt wer­den.

- Ver­bes­serte Hy­gie­ne­pro­to­kolle sol­len das Ri­siko ei­ner Co­vid-19-Über­tra­gung auf Ober­flä­chen oder Ge­gen­stän­den ver­mei­den.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len si­cher stel­len, dass die Be­sat­zungs­mit­glie­der in al­len Aspek­ten der In­fek­ti­ons­kon­trolle gründ­lich ge­schult sind, wo­bei der Schwer­punkt auf der Hy­giene der Hände liegt.

- Alle Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len die Raum­luft­sys­teme auf ih­ren Schif­fen auf MERV 13-Fil­ter auf­rüs­ten, um die Ver­brei­tung von Krank­heits­er­re­gern zu mi­ni­mie­ren.

The Blas­ter /​ Na­vi­ga­tor of the Seas (c) Royal Ca­rib­bean In­ter­na­tio­nal

Pläne zur Behandlung von Infektionen an Bord

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len die me­di­zi­ni­schen Ka­pa­zi­tä­ten an Bord er­wei­tern, um die Be­reit­schaft für po­ten­zi­elle Co­vid-19-Fälle si­cher zu stel­len.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len si­cher stel­len, dass auf al­len Schif­fen eine aus­rei­chende me­di­zi­ni­sche Füh­rung vor­han­den ist – ein­schließ­lich der Be­nen­nung ei­nes Be­sat­zungs­mit­glieds, das für In­fek­ti­ons­krank­hei­ten ver­ant­wort­lich ist. Auch ein Arzt mit Aus­bil­dung in In­ten­siv­me­di­zin sollte an Bord sein, der die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung schwer­kran­ker Pa­ti­en­ten ver­wal­tet.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len die Viel­falt und Menge der Aus­rüs­tung in den me­di­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen an Bord er­wei­tern – ein­schließ­lich der Mög­lich­keit zu Co­vid-19-Tests.

- Die Kreuz­fahrt­schiffe sol­len so ein­ge­rich­tet wer­den, dass Pa­ti­en­ten mit Ver­dacht auf eine In­fek­ti­ons­krank­heit ge­trennt von an­de­ren Pa­ti­en­ten ver­sorgt wer­den.

- Ter­mine in der me­di­zi­ni­schen Ein­rich­tung an Bord sol­len on­line ver­ein­bart wer­den. Falls mög­lich, sol­len sie durch me­di­zi­ni­sche Mit­ar­bei­ter in der Ka­bine des Pa­ti­en­ten er­fol­gen.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len Be­zie­hun­gen zu me­di­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen an Land auf­bauen, die im Falle ei­nes schwer­wie­gen­de­ren Co­vid-19-Falls te­le­me­di­zi­ni­sche Kon­sul­ta­tio­nen durch­füh­ren kön­nen.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len be­stimmte Ka­bi­nen auf dem Schiff als Iso­la­ti­ons- und Qua­ran­tä­ne­räume aus­wei­sen und Richt­li­nien vor­le­gen, ob, wann und wo eine Per­son auf­grund ih­res Ex­po­si­ti­ons­ri­si­kos und ih­rer Sym­ptome iso­liert oder un­ter Qua­ran­täne ge­stellt wer­den sollte.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len die Kri­te­rien für kleine, mitt­lere und große Aus­schif­fungs­sze­na­rien de­fi­nie­ren – ein­schließ­lich ei­nes kla­ren Ent­schei­dungs­pro­zes­ses, um zu über­le­gen, wann der Schwel­len­wert für jede Ri­si­ko­st­ufe er­reicht wurde.

Per­fect Day at Coco­Cay /​ Ba­ha­mas (c) Royal Ca­rib­bean In­ter­na­tio­nal

Engmaschige Kontrolle von Landausflügen

- Da­mit ein Schiff ei­nen be­stimm­ten Ha­fen an­lau­fen kann, muss die Ge­neh­mi­gung der lo­ka­len Re­gie­rung ebenso vor­lie­gen wie eine Ver­ein­ba­rung für die Aus­schif­fung und Heim­reise von in­fi­zier­ten Per­so­nen und de­ren en­gen Kon­tak­ten.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len sich bei der Ent­schei­dung, ob sie zu ei­nem be­stimm­ten Ha­fen fah­ren, auf die ak­tu­elle Be­las­tung durch Co­vid-19 (Test­rate, In­fek­tio­nen, To­des­rate), die lo­kale Test­ka­pa­zi­tät und die lo­kale, re­gio­nale und na­tio­nale Um­set­zung von Co­vid-19-Maß­nah­men stüt­zen.

- In der Start­phase sol­len die Rei­se­rou­ten so ein­fach wie mög­lich sein und pri­vate, im Be­sitz von Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men be­find­li­che oder von ih­nen be­trie­bene Ziele und Hä­fen ge­nützt wer­den, wo die Land­gänge streng kon­trol­liert wer­den kön­nen.

- Die Kreuz­fahrt­schiffe soll­ten zu­nächst mit kür­ze­ren Fahr­ten wie­der in Dienst ge­stellt wer­den.

- Am An­fang des Neu­starts sol­len die Gäs­ten in ei­nem Ziel­ha­fen nur dann aus­stei­gen dür­fen, wenn sie an von den Ree­de­reien or­ga­ni­sier­ten oder ve­ri­fi­zier­ten Aus­flü­gen teil­neh­men.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len nur dann Land­aus­flüge an­bie­ten, wenn phy­si­sche Di­stan­zie­rung, Ver­wen­dung von Mas­ken und an­dere emp­foh­lene Schutz­maß­nah­men durch­ge­führt wer­den kön­nen.

Nor­we­gian Es­cape (c) Nor­we­gian Cruise Line

Verbesserter Schutz der Besatzungsmitglieder

- Alle Be­sat­zungs­mit­glie­der sol­len zwi­schen fünf Ta­gen und 24 Stun­den vor dem Ver­las­sen ih­res Hei­mat­or­tes auf Co­vid-19 ge­tes­tet wer­den. Nach der An­kunft sol­len sie sie­ben Tage lang an Bord des Schiffs un­ter Qua­ran­täne ge­stellt und da­nach noch­mals ge­tes­tet wer­den, be­vor sie ihre Ar­beit auf­neh­men.

- Ein Pro­gramm zur Über­wa­chung der Crew soll ge­währ­leis­ten, dass das Vi­rus nicht un­ter der Be­sat­zung ver­brei­tet wird – ein­schließ­lich re­gel­mä­ßi­ger Tests auf Co­vid-19.

- Die Be­sat­zung soll nach Mög­lich­keit in Ein­zel­ka­bi­nen un­ter­ge­bracht wer­den, um län­gere Zeit­räume des en­gen Kon­takts mit an­de­ren Be­sat­zungs­mit­glie­dern zu mi­ni­mie­ren.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len den en­gen Kon­takt der Be­sat­zungs­mit­glie­der mit Gäs­ten über län­gere Zeit­räume nach Mög­lich­keit ein­schrän­ken. Wenn eine Di­stan­zie­rung nicht mög­lich ist, sollte der Be­sat­zung eine zu­sätz­li­che per­sön­li­che Schutz­aus­rüs­tung zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den, die ih­rem Job­typ ent­spricht.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len die Be­sat­zung in die Pro­to­kolle zur Über­wa­chung, Kon­takt­ver­fol­gung, Qua­ran­täne, Iso­lie­rung und Aus­schif­fung im Fall ei­ner Co­vid-19-In­fek­tion ein­be­zie­hen.

- Die Be­sat­zung soll re­gel­mä­ßig zu den Co­vid-19-Pro­to­kol­len ge­schult wer­den und auch be­fugt sein, Maß­nah­men zu er­grei­fen, um si­cher­zu­stel­len, dass diese Pro­to­kolle von den Gäs­ten und an­de­ren Be­sat­zungs­mit­glie­dern be­folgt wer­den.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len eine Kul­tur der Ehr­lich­keit und der kol­lek­ti­ven Ver­ant­wor­tung der Be­sat­zung für die Ein­hal­tung der Pro­to­kolle und die Schaf­fung ei­ner si­che­re­ren Um­ge­bung stär­ken.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len über Maß­nah­men und Me­tho­den ver­fü­gen, um eine kon­ti­nu­ier­li­che Selbst­be­wer­tung der Ein­hal­tung al­ler Ge­sund­heits- und Si­cher­heits­pro­to­kolle durch­zu­füh­ren – ein­schließ­lich der Über­prü­fung durch Dritte.

- Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men sol­len nach ei­ner Kreuz­fahrt, bei der eine Co­vid-19-In­fek­tion fest­ge­stellt wurde, eine „Nach­prü­fung“ durch­füh­ren, um Lü­cken zu be­wer­ten und Ver­bes­se­run­gen vor der nächs­ten Reise vor­zu­neh­men.