Royal Caribbean

Royal Caribbean Group erhält Geldstrafe für die Abfallentsorgung

Die US-Um­welt­schutz­be­hörde EPA hat laut dem Por­tal crui­se­hive am 10. Ok­to­ber 2024 be­kannt ge­ge­ben, dass Royal Ca­rib­bean Crui­ses LTD 473.685 US-Dol­lar Geld­strafe zah­len muss, weil es die Be­hörde nicht über be­stimmte Ab­fall­ent­sor­gungs­maß­nah­men im Ha­fen von Gal­ves­ton in Te­xas in­for­miert hat.

Royal Ca­rib­bean Crui­ses LTD, die Mut­ter­ge­sell­schaft von Royal Ca­rib­bean, Ce­le­brity Crui­ses und Sil­ver­sea Crui­ses und Mit­ei­gen­tü­me­rin von TUI Crui­ses, hat ge­gen die Vor­schrif­ten ver­sto­ßen, die eine ge­naue Do­ku­men­ta­tion der Ab­fall­ent­sor­gungs­prak­ti­ken im Ha­fen von Gal­ves­ton in Te­xas vor­schrei­ben.

Ha­fen von Gal­ves­ton (c) Linda Fin­kin via Un­s­plash

Im No­vem­ber 2022 er­öff­nete Royal Ca­rib­bean das neue Kreuz­fahrt­ter­mi­nal 3 am Pier 10 des Ha­fens von Gal­ves­ton, nach­dem es 125 Mil­lio­nen Dol­lar in die An­lage in­ves­tiert hatte. Ei­nen Mo­nat spä­ter wurde bei ei­ner EPA-In­spek­tion von Pier 10 fest­ge­stellt, dass das Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men Ab­fälle von acht sei­ner Schiffe ent­lud.

Aus der Mit­tei­lung der EPA geht nicht her­vor, von wel­chen Schif­fen Ab­fälle ent­la­den wur­den. Die Be­hörde sah sich je­doch ver­an­lasst, das Vor­ge­hen von Royal Ca­rib­bean ge­nauer zu un­ter­su­chen, in­dem sie zu­sätz­li­che Be­richte und Do­ku­mente prüfte. Ins­ge­samt stellte die EPA fest, dass das Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men von Juli 2019 bis Juli 2024 feste und ge­fähr­li­che Ab­fälle in den USA ent­la­den hat.

Ab­fall am Strand (c) Du­stan Wood­house via Un­s­plash

Auf Kreuz­fahrt­schif­fen fal­len wäh­rend der Fahrt mit Tau­sen­den von Gäs­ten an Bord ver­schie­dene Ar­ten von Ab­fäl­len an, und die Art und Weise, wie diese ent­sorgt wer­den, un­ter­liegt ei­ner gan­zen Reihe von Um­welt­vor­schrif­ten. In die­sem Fall wurde die Strafe ver­hängt, weil Royal Ca­rib­bean die er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen nicht ord­nungs­ge­mäß ein­ge­reicht hatte.

Die EPA stellte ins­be­son­dere fest, dass das Un­ter­neh­men nicht in der Lage war, ge­naue Be­richte ein­zu­rei­chen, an­ge­mes­sene Auf­zeich­nun­gen zu füh­ren und die Vor­schrif­ten für die Ent­sor­gung von Ab­fäl­len auf dem Land und die An­for­de­run­gen ei­nes gro­ßen Er­zeu­gers zu er­fül­len.

Brü­cke der Spec­trum of the Seas (c) Meyer Werft

Au­ßer­dem ver­säumte es das Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men, seine Mel­dun­gen nach dem Re­source Con­ser­va­tion and Re­co­very Act 3010 zu über­ar­bei­ten. In ei­ner Er­klä­rung ge­gen­über Hous­ton Pu­blic Me­dia er­klärte Royal Ca­rib­bean, dass es sich bei den Ver­stö­ßen um Do­ku­men­ta­ti­ons­feh­ler han­delte.

Die EPA hält die Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten je­doch für ent­schei­dend für den Um­welt­schutz. Das Ab­fall­ma­nage­ment ist ein wich­ti­ger Aspekt des Um­welt­schut­zes. Un­sach­ge­mäße Ab­fall­be­wirt­schaf­tungs­prak­ti­ken kön­nen über Jahr­zehnte hin­weg zu Pro­ble­men für die Um­welt und die Ge­mein­schaft füh­ren, wie Dr. Ear­thea Nance, Re­gio­nal­ver­wal­te­rin bei der EPA be­tonte.

„Die­ser Ver­gleich un­ter­streicht un­sere Ver­pflich­tung, da­für zu sor­gen, dass die Un­ter­neh­men die wich­ti­gen RCRA-Vor­schrif­ten ein­hal­ten, die un­sere na­tür­li­chen Res­sour­cen und die öf­fent­li­che Ge­sund­heit vor den Ge­fah­ren ge­fähr­li­cher Ab­fälle schüt­zen sol­len.“

Dr. Ear­thea Nance, Re­gio­nal­ver­wal­te­rin bei der EPA

Ne­ben der Zah­lung ei­ner zi­vil­recht­li­chen Strafe muss Royal Ca­rib­bean meh­rere Maß­nah­men er­grei­fen, dar­un­ter die vor­ge­schrie­bene Do­ku­men­ta­tion der von den Schif­fen ent­la­de­nen Ab­fälle bis zum end­gül­ti­gen Ent­sor­gungs­ort, und muss die Menge der in US-Hä­fen ent­la­de­nen ge­fähr­li­chen Ab­fälle ge­nau an­ge­ben.

Das Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men muss au­ßer­dem si­cher­stel­len, dass die Ab­fall­tren­nung den RCRA-Vor­schrif­ten ent­spricht, und muss seine Stan­dard­ar­beits­an­wei­sun­gen ak­tua­li­sie­ren und zur Über­prü­fung vor­le­gen. Die Ent­schei­dung der EPA weist Royal Ca­rib­bean an, diese Maß­nah­men in­ner­halb der nächs­ten 180 Tage um­zu­set­zen und die Vor­schrif­ten auch da­nach ein­zu­hal­ten.

Auch an­dere Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men ha­ben ge­gen die Vor­schrif­ten ver­sto­ßen. Die von der EPA ge­gen Royal Ca­rib­bean ver­hängte Zi­vil­strafe in Höhe von 473.685 US-Dol­lar ist für ein Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men die­ser Größe ein Ta­schen­geld, doch gab es in den letz­ten Jah­ren auch an­dere Fälle, in de­nen große Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men we­gen Um­welt­ver­stö­ßen mit Mil­lio­nen­be­trä­gen be­straft wur­den.

Sky Prin­cess (c) Prin­cess Crui­ses

Ein be­mer­kens­wer­ter Fall be­traf Prin­cess Crui­ses, die sich 2022 zum zwei­ten Mal ei­nes Ver­sto­ßes ge­gen die Be­wäh­rungs­auf­la­gen im Zu­sam­men­hang mit der so­ge­nann­ten „Ma­gic Pipe“-Kontroverse im Jahr 2013 schul­dig be­kannte. 2013 hatte das Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men ein Rohr ver­wen­det, um öl­hal­tige Ab­fälle di­rekt von ei­nem Schiff in den Ozean zu lei­ten, und dann Do­ku­mente ge­fälscht, um die­sen Vor­gang zu ver­tu­schen.

Die US-Re­gie­rung ver­hängte 2017 eine Geld­strafe in Höhe von 40 Mil­lio­nen US-Dol­lar für die­sen Ver­stoß. Spä­ter wurde Prin­cess Crui­ses mit ei­ner wei­te­ren Geld­strafe in Höhe von 20 Mil­lio­nen US-Dol­lar be­legt, weil sie ge­richt­li­che An­ord­nun­gen im Zu­sam­men­hang mit dem Fall nicht be­folgte. Der Ver­stoß von 2022 führte zu ei­ner wei­te­ren Geld­strafe in Höhe von ei­ner Mil­lion US-Dol­lar als Teil ei­nes Ver­gleichs über ei­nen Ver­stoß.

Ge­gen an­dere Ree­de­reien wur­den ähn­li­che Ver­fah­ren ein­ge­lei­tet. Im Jahr 2002 be­kannte sich Nor­we­gian Cruise Line schul­dig, öl­hal­tige Ab­wäs­ser di­rekt ins Meer ge­lei­tet zu ha­ben, und wurde zu ei­ner Geld­strafe von 1,5 Mil­lio­nen US-Dol­lar ver­ur­teilt, wie aus den Da­ten der Um­welt­schutz­or­ga­ni­sa­tion Fri­ends of the Earth her­vor­geht.

www.royalcaribbean.com

Elisabeth Kapral

Als Juristin hat Elisabeth gelernt, exakt zu formulieren. Das kommt ihr jetzt zugute, wenn sie für cruise4news schreibt. Worüber sie schreibt, weiß sie dabei ganz genau, denn sie hat in den letzten 15 Jahren mehr als 80 Kreuzfahrten mit den verschiedensten Reedereien unternommen.
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