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Die Oceana der Ree­derei P&O ist bei einer unan­ge­kün­digten Hygiene-Inspek­tion der US-Gesund­heits­be­hörde CDC durch­ge­fallen. Das Kreuz­fahrt­schiff schaffte nur 82 von 100 mög­li­chen Punkten und ver­fehlte damit die min­des­tens not­wen­digen 86 Punkte deut­lich.

Die Kon­trol­leure des Center for Disease Con­trol & Pre­ven­tion fanden bei einer Inspek­tion am 1. März 2016 nicht weniger als 48 Ver­stöße gegen das „Vessel Sani­ta­tion Pro­gram“, das für alle Kreuz­fahrt­schiffe in US-Gewäs­sern gilt. Im offi­zi­ellen Bericht, der auf der CDC-Web­site nach­zu­lesen ist, sind alle Mängel fein­säu­ber­lich auf­ge­listet.

Beson­ders schwer wog sicher­lich, dass die Swim­ming-Pools und Spa-Pools der Oceana von den Inspek­toren geschlossen werden mussten, weil sie laut Bericht offenbar nicht aus­rei­chend des­in­fi­ziert waren und das Wasser zu geringe Mengen an Chlor und Brom ent­hielt.

In der Sup­pen­küche wurden „ver­schmutzte und repa­ra­tur­be­dürf­tige Flie­sen­fugen“ ent­deckt und an der Decke im Zube­rei­tungs­be­reich einer Getränke-Sta­tion gezählte neun Frucht­fliegen. Zudem stellten die Inspek­toren bei einem Crew-Mit­glied Sym­ptome einer akuten Magen-Darm-Grippe fest, die dieser über mehr als zwei Stunden seinen Vor­ge­setzten nicht wie vor­ge­sehen gemeldet hatte.

Alle Kreuz­fahrt­schiffe, die US-ame­ri­ka­ni­sche Häfen anlaufen, werden dort vom CDC min­des­tens zweimal pro Jahr unan­ge­kün­digt nach einer umfang­rei­chen Check­liste über­prüft. Die Vor­gaben des „Vessel Sani­ta­tion Pro­gram“ sind dabei sehr streng, aber die Ree­de­reien kennen sie seit Jahren und wissen genau, was sie erwartet.

Daher ist heuer bis jetzt auch noch kein anderes Kreuz­fahrt­schiff bei der Hygiene-Inspek­tion durch­ge­fallen. Aller­dings konnte auch das Oceana-Schwes­ter­schiff Oriana bei seiner Prü­fung am 10. Februar 2016 nicht gerade glänzen: 90 Punkte bedeu­teten das zweit­schlech­teste Ergebnis dieses Jahres nach der Oceana, reichten aber – obwohl die Inspek­toren unter einem Grill in der Küche drei Kaker­laken ent­deckten.

Ins­ge­samt wurden heuer 41 Kreuz­fahrt­schiffe kon­trol­liert. Davon erreichten nicht weniger als acht die Höchst­zahl von 100 Punkten: die Car­nival Breeze, die Car­nival Vic­tory, die Cele­brity Equinox, die Disney Magic, die Freedom Of The Seas von Royal Carib­bean, die Maasdam von Hol­land Ame­rica sowie die Regal Princess und die Royal Princess.

Ver­fehlt ein Kreuz­fahrt­schiff die Mini­mal­an­for­de­rung von 86 Punkten, kann es zwar im Nor­mal­fall seine Reise fort­setzen, wird aber inner­halb von 30 bis 45 Tagen neu­er­lich kon­trol­liert, falls es sich dann noch in US-Gewäs­sern befindet. Außerdem muss es einen Bericht über die Behe­bung der Mängel an die CDC über­mit­teln. Sollten die Mängel eine unmit­tel­bare Gefahr für die Gesund­heit der Pas­sa­giere bedeuten, kann das Schiff von den Behörden auch so lange im Hafen fest­ge­setzt werden, bis alle Miss­stände besei­tigt sind.