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Die Regie­rung von Kata­lo­nien hat ihre Tou­ris­mus­steuer neu gere­gelt. Betroffen sind alle Kreuz­fahrt­pas­sa­giere, die in Bar­ce­lona an Land gehen, aber auch alle Mieter von Feri­en­woh­nungen oder -häu­sern, was wohl vor allem eine Maß­nahme gegen Airbnb sein dürfte.

Die neue Rege­lung wurde am 28. März 2017 beschlossen und trat nahezu über­falls­artig bereits am 1. April 2017 in Kraft. Kreuz­fahrt­pas­sa­giere, die sich weniger als zwölf Stunden in Bar­ce­lona auf­halten, waren bisher von der Tou­ris­mus­steuer befreit. Nun müssen sie 0,65 Euro bezahlen. Bleiben sie länger in der Stadt, werden wie schon bisher 2,25 Euro pro Tag fällig.

Basi­lika Sagrada Familia /​ Bar­ce­lona (c) Spa­ni­sches Frem­den­ver­kehrsamt

Deut­li­cher mas­siver sind aller­dings die soge­nannten „Selbst­ver­sorger-Unter­künfte“ betroffen, denn für sie wurde die Steuer gleich um satte 246 Pro­zent erhöht: Wer in einer Feri­en­woh­nung über­nachtet, zahlt seit 1. April 2,25 Euro pro Erwach­senem und Tag – und damit genau so viel wie in einem Fünf-Sterne-Hotel. Wer eine Selbst­ver­sorger-Unter­kunft im rest­li­chen Kata­lo­nien wählt, muss nun 0,90 statt 0,45 Euro pro Person und Nacht ent­richten.

Die neuen Steu­er­sätze werden unab­hängig vom Datum der Buchung fällig. Die Gebühr wird bei der Ankunft vor Ort in der Unter­kunft begli­chen und gilt für die ersten sieben Nächte. Zudem unter­liegt die Abgabe einer Mehr­wert­steuer in der Höhe von 10 Pro­zent.

Seit der Ein­füh­rung der Tou­ris­mus­steuer in Kata­lo­nien im November 2012 wurden in der auto­nomen Region bis­lang 126 Mil­lionen Euro ein­ge­nommen. Dieses Geld geht einer­seits an die kata­la­ni­sche Tou­ris­mus­agentur und die ört­li­chen Tou­ris­mus­ver­bände zur För­de­rung des Tou­rismus und ande­rer­seits an die Gemeinden zur Abde­ckung der zusätz­li­chen Kosten für die Infra­struktur.

Allein im Jahr 2015 wurden 43,5 Mil­lionen Euro ein­ge­nommen – eine Stei­ge­rung von 5,5 Pro­zent gegen­über 2014. Auf Hotels als Unter­kunft ent­fielen dabei 34,3 Mil­lionen Euro. Die Selbst­ver­sorger-Unter­künfte zahlten zwar nur 3,6 Mil­lionen Euro, was aber immerhin eine Stei­ge­rung von 38,6 Pro­zent bedeu­tete.

Ferienwohnungen-Spanien.de – laut eigenen Angaben der füh­rende Ver­mie­tungs­spe­zia­list für Feri­en­un­ter­künfte in Spa­nien – hat auf seiner Web­site übri­gens ein Tool ein­ge­richtet, mit dem die Tou­ris­mus­steuer ein­fach und prak­tisch errechnet werden kann. So sieht jeder genau, was er letzten Endes für seinen Auf­ent­halt zahlen muss – basie­rend auf Rei­se­ziel, Zeit­punkt und Dauer des Auf­ent­haltes sowie der Art der Unter­kunft.