Polizei stellt Alkoholisierung bei Kapitän eines Kreuzfahrtschiffes fest

Die bel­gi­sche und nie­der­län­di­sche Fluss­po­li­zei ha­ben, wie The Ma­ri­tim Ex­cu­tive be­rich­tet, eine ge­mein­same Kon­trolle von Schif­fen durch­ge­führt und da­bei über­ra­schen­der­weise eine deut­li­che Al­ko­ho­li­sie­rung beim Ka­pi­tän ei­nes Kreuz­fahrt­schif­fes fest­ge­stellt.

Die Kon­trolle, die als groß­an­ge­legte Ope­ra­tion be­zeich­net wurde, wurde von der Ant­wer­pe­ner See­po­li­zei ge­mein­sam mit De Vlaamse Wa­ter­weg und OVAM, der flä­mi­schen Ab­fall­ent­sor­gungs­be­hörde, durch­ge­führt. Sie war Teil ei­ner grö­ße­ren Ak­tion in der Nähe des Al­bert­ka­nals in Bel­gien, der Ant­wer­pen und die Schelde mit dem Lan­des­in­ne­ren und der Maas ver­bin­det. Ins­ge­samt wur­den laut Po­li­zei­an­ga­ben zehn Schiffe, neun Han­dels­schiffe und ein Fluss­kreuz­fahrt­schiff, an­ge­hal­ten. Ge­prüft wur­den be­trieb­li­che Aspekte wie die Ab­fall- und Was­ser­ent­sor­gung, und alle Be­sat­zungs­mit­glie­der wur­den ei­nem rou­ti­ne­mä­ßi­gen Al­ko­hol­test un­ter­zo­gen.

(c) Vi­ni­cius „amnx“ Amano via Un­s­plash

Die Bun­des­po­li­zei er­klärte, dass für Fluss- und See­schiff­ka­pi­täne, ge­nau wie für Au­to­fah­rer, die glei­chen Al­ko­hol­be­stim­mun­gen mit ei­ner Pro­mil­le­grenze von 0,5 gel­ten. Der Ka­pi­tän des Fluss­kreuz­fahrt­schif­fes, des­sen Be­sitz le­dig­lich als schwei­ze­risch iden­ti­fi­ziert wurde, über­schritt den zu­läs­si­gen Grenz­wert.

Die Be­stim­mun­gen in Ös­ter­reich sind je­doch we­sent­lich stren­ger. In § 6 Abs. 1 des Schiff­fahrts­ge­set­zes, BGBl. I Nr. 62/​1997 i.d.F.v. BGBl. I Nr. 50/​2012, heißt es, dass „als zur Füh­rung ei­nes Fahr­zeu­ges, Schwimm­kör­pers oder Ver­ban­des geis­tig und kör­per­lich ins­be­son­dere nicht ge­eig­net gilt, wer sich in ei­nem durch Al­ko­hol oder sons­tige psy­cho­trope Sub­stan­zen oder durch au­ßer­ge­wöhn­li­che Er­re­gung oder Er­mü­dung be­ein­träch­tig­ten Zu­stand be­fin­det.“ Als von Al­ko­hol je­den­falls be­ein­träch­tigt gel­ten in der Frei­zeit- und pri­va­ten Schiff­fahrt Per­so­nen mit 0,5 g/​l (0,5 Pro­mille) Blut­al­ko­hol be­zie­hungs­weise 0,25 mg/​l Al­ko­hol in der Atem­luft. In der ge­werb­li­chen Schiff­fahrt lie­gen diese Werte bei 0,1 g/​l (0,1 Pro­mille) be­zie­hungs­weise 0,05 mg/​l.

Am Steuer (c) kevs via Un­s­plash

Die Fluss­po­li­zei er­klärte, dass der Ka­pi­tän des Fluss­kreuz­fahrt­schif­fes ein­deu­tig zu viel ge­trun­ken hatte. Er wurde dar­auf­hin um­ge­hend sei­nes Am­tes ent­ho­ben, und seine Li­zenz wurde ein­ge­zo­gen. Laut Be­richt droht ihm au­ßer­dem eine Geld­strafe der Flä­mi­schen Was­ser­stra­ßen­be­hörde.

Das Kreuz­fahrt­schiff be­fand sich mit 106 Pas­sa­gie­ren an Bord auf der Fahrt von Ant­wer­pen nach Maas­tricht. Die Po­li­zei be­rich­tete, dass eine an­dere Per­son an Bord das Kom­mando über­neh­men konnte und das Schiff seine Reise fort­set­zen durfte. Drei Han­dels­schiffe wur­den eben­falls ver­warnt, da nicht alle ihre Ge­neh­mi­gun­gen gül­tig wa­ren.

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