Oceanwide

Drei Todesfälle: Oceanwide Expeditions berichtet von der MV Hondius

Der Tod von drei Pas­sa­gie­ren der MV Hon­dius sorgt der­zeit welt­weit für Schlag­zei­len und teil­weise wilde Spe­ku­la­tio­nen. Wir hal­ten uns an die bis­her be­kann­ten Fak­ten und ver­öf­fent­li­chen hier die of­fi­zi­elle Stel­lung­nahme von Ocean­wide Ex­pe­di­ti­ons vom 4. Mai 2026, 13:30 Uhr MEZ, mit dem zeit­li­chen Ab­lauf der Ge­scheh­nisse und der ak­tu­el­len me­di­zi­ni­schen Si­tua­tion an Bord des Ex­pe­di­ti­ons­schiffs. Die­ser Ar­ti­kel wird lau­fend ak­tua­li­siert, so­bald neue Er­kennt­nisse vor­lie­gen.

„Am 11. April 2026 ver­starb ein Pas­sa­gier an Bord der MV Hon­dius. Die To­des­ur­sa­che konnte vor Ort nicht fest­ge­stellt wer­den. Am 24. April 2026 wurde die­ser Pas­sa­gier auf St. He­lena von Bord ge­bracht, wo­bei seine Ehe­frau die Rück­füh­rung be­glei­tete.

Am 27. April 2026 wurde Ocean­wide Ex­pe­di­ti­ons dar­über in­for­miert, dass sich der Zu­stand der Ehe­frau wäh­rend der Rück­reise ver­schlech­tert hatte und sie spä­ter ver­stor­ben war. Beide Pas­sa­giere wa­ren nie­der­län­di­sche Staats­an­ge­hö­rige. Zum jet­zi­gen Zeit­punkt ist nicht be­stä­tigt, dass diese bei­den To­des­fälle mit der ak­tu­el­len me­di­zi­ni­schen Si­tua­tion an Bord in Zu­sam­men­hang ste­hen.

Am 27. April 2026 er­krankte ein wei­te­rer Pas­sa­gier schwer und wurde aus me­di­zi­ni­schen Grün­den nach Süd­afrika eva­ku­iert. Der bri­ti­sche Staats­an­ge­hö­rige wird der­zeit auf ei­ner In­ten­siv­sta­tion in Jo­han­nes­burg be­han­delt und be­fin­det sich in ei­nem kri­ti­schen, aber sta­bi­len Zu­stand. Bei ihm wurde eine Va­ri­ante des Han­ta­vi­rus fest­ge­stellt.

Am 2. Mai 2026 ver­starb ein wei­te­rer Pas­sa­gier an Bord. Die To­des­ur­sa­che ist noch nicht ge­klärt. Die­ser Pas­sa­gier war deut­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger. Au­ßer­dem be­fin­den sich der­zeit zwei Be­sat­zungs­mit­glie­der mit aku­ten Atem­wegs­be­schwer­den an Bord – ei­nes mit leich­ten und ei­nes mit schwe­ren Sym­pto­men. Beide be­nö­ti­gen drin­gend me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Diese Be­sat­zungs­mit­glie­der sind bri­ti­scher und nie­der­län­di­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit. Der­zeit wur­den keine wei­te­ren Per­so­nen mit Sym­pto­men iden­ti­fi­ziert.

Bei den bei­den noch an Bord be­find­li­chen Per­so­nen, die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung be­nö­ti­gen, wurde das Han­ta­vi­rus bis­lang nicht be­stä­tigt. Es ist auch nicht er­wie­sen, dass das Vi­rus mit den drei To­des­fäl­len im Zu­sam­men­hang mit die­ser Reise der MV Hon­dius in Ver­bin­dung steht. Die ge­naue Ur­sa­che und ein mög­li­cher Zu­sam­men­hang wer­den der­zeit un­ter­sucht. Der ein­zige be­stä­tigte Fall von Han­ta­vi­rus ist da­her der Pas­sa­gier, der me­di­zi­nisch eva­ku­iert wurde und nun in Jo­han­nes­burg be­han­delt wird.

Das Schiff be­fin­det sich wei­ter­hin vor der Küste von Kap Verde. An Bord be­fin­den sich 149 Per­so­nen aus 23 ver­schie­de­nen Län­dern. Die Aus­schif­fung der Pas­sa­giere, die me­di­zi­ni­sche Eva­ku­ie­rung und die me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chung er­for­dern die Ge­neh­mi­gung der ört­li­chen Ge­sund­heits­be­hör­den so­wie die Ab­stim­mung mit die­sen. Sie ha­ben das Schiff be­sucht und die Si­tua­tion be­ur­teilt. Der me­di­zi­ni­sche Trans­port der bei­den er­krank­ten Per­so­nen an Bord hat aber noch nicht statt­ge­fun­den.

Ocean­wide Ex­pe­di­ti­ons ar­bei­tet eng mit den lo­ka­len und in­ter­na­tio­na­len Be­hör­den zu­sam­men – dar­un­ter mit der WHO, dem RIVM, den zu­stän­di­gen Bot­schaf­ten und dem nie­der­län­di­schen Au­ßen­mi­nis­te­rium. Gleich­zei­tig wer­den Vor­be­rei­tun­gen für eine mög­li­che me­di­zi­ni­sche Rück­füh­rung und die nächs­ten Schritte ge­trof­fen. Als An­le­ge­hä­fen für die Aus­schif­fung wer­den Las Pal­mas oder Te­ne­riffa in Be­tracht ge­zo­gen, wo wei­tere me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chun­gen und Maß­nah­men durch­ge­führt wer­den könn­ten.

An Bord wer­den strenge Vor­sichts­maß­nah­men ge­trof­fen – dar­un­ter Iso­la­ti­ons­maß­nah­men, Hy­gie­ne­pro­to­kolle und eine me­di­zi­ni­sche Über­wa­chung. Alle Pas­sa­giere wur­den in­for­miert und wer­den un­ter­stützt. Ocean­wide Ex­pe­di­ti­ons steht in en­gem Kon­takt mit den di­rekt Be­trof­fe­nen und ih­ren Fa­mi­lien und leis­tet, wo mög­lich, Un­ter­stüt­zung. Wir ver­ste­hen das große In­ter­esse und die Be­sorg­nis und werde neue In­for­ma­tio­nen wei­ter­ge­ben, so­bald diese über­prüft wur­den“.

oceanwide-expeditions.com

Elisabeth Kapral

Als Juristin hat Elisabeth gelernt, exakt zu formulieren. Das kommt ihr jetzt zugute, wenn sie für cruise4news schreibt. Worüber sie schreibt, weiß sie dabei ganz genau, denn sie hat in den letzten 15 Jahren mehr als 80 Kreuzfahrten mit den verschiedensten Reedereien unternommen.
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"