Der italienische Schiffbaukonzern Fincantieri hat in Triest eine Absichtserklärung mit der Royal Caribbean Group über den Bau von zweier neuer Expeditionsschiffe für deren Tochtergesellschaft Silversea unterzeichnet. Die Auslieferung soll 2032 beginnen.
Die Vereinbarung, die bis Ende des Jahres in einen Bauvertrag umgewandelt werden soll, beinhaltet auch Optionen für weitere Neubauten und beauftragt die Fincantieri-Werft in Palermo mit dem Bau dieser Schiffe. Dieselbe Werft wird auch die beiden Expeditionskreuzfahrtschiffe bauen, die Viking in den letzten Monaten in Auftrag gegeben hat. Deren Auslieferung ist für 2030 und 2031 geplant. Diese Schiffe sind Schwesterschiffe der Viking Octantis und der Viking Polaris, die bereits von der norwegischen Tochtergesellschaft Vard gebaut und 2021 beziehungsweise 2022 ausgeliefert wurden.
Bei den beiden Schiffen, die Gegenstand der kürzlich von Silversea und Fincantieri unterzeichneten Absichtserklärung sind, wobei Fincantieri die Nachricht noch nicht bestätigt hat, handelt es sich um Schiffe mit einer Bruttoraumzahl zwischen 25.000 und 35.000 Tonnen, die aus einem neuen Projekt hervorgehen werden.
Expeditionskreuzfahrtschiffe sind darauf ausgelegt, abgelegene und unberührte Reiseziele wie die Antarktis, die Arktis, Grönland, die Galapagosinseln und die norwegischen Fjorde zu erreichen. Im Gegensatz zu großen, traditionellen Kreuzfahrtschiffen befördern sie in der Regel zwischen 100 und 250 Passagiere, verfügen über eisverstärkte Rümpfe, Zodiac-Beiboote für Landgänge und beherbergen Teams von Naturforschern, Biologen und spezialisierten Reiseleitern an Bord. Der Fokus liegt dabei auf Erkundung, Tierbeobachtung und wissenschaftlicher Bildung statt auf Unterhaltung.
Die Branche verzeichnete in den letzten Jahren ein starkes Wachstum, wobei zahlreiche Neubauten den Standard für Komfort und Nachhaltigkeit erhöhten. Zu den modernsten Expeditionskreuzfahrtschiffen, die derzeit im Einsatz sind, zählen die Le Commandant Charcot von Ponant, das erste LNG-betriebene Eisbrecher-Kreuzfahrtschiff, die National Geographic Endurance und Resolution von Lindblad Expeditions, die Scenic Eclipse I und II, die Seabourn Venture und die Seabourn Pursuit sowie die Hybridschiffe von Hurtigruten, wie die Roald Amundsen und die Fridtjof Nansen.
Die Auftragsbücher füllen sich, und neue Expeditionsschiffe für spezialisierte Betreiber sind in Planung. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf effizienteren Antrieben, reduzierten Emissionen und fortschrittlichen Technologien für die Polarnavigation. Der Markt verlangt nach zunehmend nachhaltigen Schiffen, die gleichzeitig kompakte Abmessungen und ein hohes Maß an Luxus und Komfort bieten.

