Seafarers Happiness Index zeigt Zufriedenheit der Kreuzfahrt-Crews
Der neueste Seafarers Happiness Index für das dritte Quartal 2025 – veröffentlicht von The Mission to Seafarers – zeigt einen starken Rückgang der weltweiten Zufriedenheit der Seeleute. Der Gesamtwert ist von 7,54 auf 7,05 von 10 möglichen Punkten gesunken. Bei den Kreuzfahrt-Crews liegt er jedoch deutlich höher.
Fast alle Bereiche des Wohlergehens der Seeleute – von den Löhnen über die Ruhezeiten bis zur Ausbildung – haben im Vergleich zum Vorquartal abgenommen. Trotz dieses branchenweiten Rückgangs gehören aber die Kreuzfahrt-Crews mit einem Glücksindex von 7,6 weiterhin zu den zufriedensten Gruppen auf See und übertreffen damit die meisten anderen Schiffstypen. Nur die Besatzungen von Containerschiffen meldeten in diesem Quartal eine etwas höhere Zufriedenheit.
Weniger Zufriedenheit auf Kreuzfahrtschiffen

Allerdings ist auch die Zufriedenheit der Kreuzfahrtschiff-Besatzungen von 8,4 im zweiten Quartal auf 7,6 im dritten Quartal gesunken, aber im Vergleich zu Tankern, Offshore-Schiffen und Fähren, von denen viele zwischen fünf und sechs Punkten erzielen, ist das immer noch ein gutes Ergebnis. Zumindest bleibt es dabei, dass Kreuzfahrtschiffe trotz wachsender Herausforderungen nach wie vor bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen bieten.
Die Mitarbeiter von Kreuzfahrtschiffen profitieren im Vergleich zu den Besatzungen von Frachtschiffen von moderneren Unterkünften und Freizeiteinrichtungen sowie stärkeren sozialen Bindungen. Dennoch berichten die Befragten von zunehmender Müdigkeit, einer höheren administrativen Arbeitsbelastung und begrenzten Landgängen aufgrund enger Turnaround-Zeitpläne. Der Bericht beschreibt dabei, wie diese Belastungen selbst den widerstandsfähigsten Aspekt des Seefahrerlebens – die Bindungen zwischen den Besatzungsmitgliedern – zu belasten beginnen.
Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts

In der gesamten Schifffahrtsbranche sank die Zufriedenheit in fast allen Kategorien stark:
- Der Gesamtlohnindex sank von 7,52 auf 6,81, da die Seeleute trotz höherer Arbeitsbelastung stagnierende Löhne angaben.
- Die Bewertung für Ausbildung und berufliche Weiterentwicklung sank von 7,75 auf 6,99, wobei Bedenken geäußert wurden, dass Online-Compliance-Module zunehmend das Mentoring und die praktische Unterweisung ersetzen.
- Der Bereich Gesundheit und Bewegung sank von 7,82 auf 7,09, was zeigt, dass die Besatzungen weniger Zeit zum Ausruhen oder für sportliche Aktivitäten haben.
- Der Bereich Landgang erreichte mit 6,56 seinen bisherigen Tiefststand. Einige Seeleute bezeichnen ihre Schiffe mittlerweile sogar als „schwimmende Gefängnisse”.
- Die einzige Verbesserung war im Bereich der digitalen Konnektivität zu verzeichnen, was auf breitere Möglichkeiten zur Nutzung des Satelliten-Internets zurückzuführen ist, obwohl der Zugang je nach Schiff weiterhin uneinheitlich ist.
Mehr Verantwortlung bei stagnierenden Löhnen

Der Bericht hebt jedenfalls die wachsende Frustration unter den Seeleuten hervor, die sagen, dass die Aufgaben zunehmen, die Gehälter aber nicht gestiegen sind. Viele berichten von Erschöpfung, schrumpfenden Besatzungen und steigendem Verwaltungsaufwand. Diese Probleme sind in allen Bereichen verbreitet, aber Kreuzfahrtpersonal, das oft lange Verträge hat und hohe Erwartungen der Passagiere erfüllen muss, ist besonders anfällig für Stress und Burnout.
Die Mission to Seafarers warnt davor, dass der Rückgang in fast allen Bereichen des Lebens auf See auf tief verwurzelte Herausforderungen hindeutet, die in diesem Beruf wieder auftauchen, und fordert die Schiffsbetreiber dringend auf, sofortige Maßnahmen zu ergreifen.
www.seafarershappinessindex.org





