MSC Euribia: Kapitän berichtet emotional von der Hormuz-Passage

Wäh­rend die MSC Eu­ri­bia die Straße von Hor­muz durch­quert hat, hat Ka­pi­tän Lauro Ma­re­sca diese Er­fah­rung als weit mehr als eine rou­ti­ne­mä­ßige Na­vi­ga­tion durch eine der sen­si­bels­ten Was­ser­stra­ßen der Welt be­schrie­ben.

In ei­ner Nach­richt, die er in den so­zia­len Me­dien teilte, of­fen­barte der Ka­pi­tän die emo­tio­nale Be­deu­tung die­ses Mo­ments. Er be­schrieb ei­nen stil­len in­ne­ren Kampf zwi­schen Ver­ant­wor­tung, Angst und Ver­trauen, das Er­rei­chen der Gren­zen sei­ner ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten und die Er­kennt­nis, dass jen­seits die­ses Punk­tes et­was Tie­fe­res die Füh­rung über­nimmt.

Straße von Hor­muz (c) Pla­net Vo­lu­mes via Un­s­plash

Wäh­rend er das Schiff durch die an­ge­spannte Re­gion steu­erte, spürte Ka­pi­tän Ma­re­sca nach ei­ge­nen An­ga­ben den vol­len Druck sei­nes Kom­man­dos. Er räumte ein, Angst ver­spürt zu ha­ben, aber auch seine Ent­schlos­sen­heit, vor­an­zu­kom­men.

„Es gibt eine Grenze in mir, die ich nicht sehe, aber ich er­kenne sie je­des Mal, wenn ich sie er­rei­che. Dort en­den meine Fä­hig­kei­ten. Und jah­re­lang dachte ich, das sei das Li­mit. Im Ge­gen­teil, dort be­ginnt mein Glaube. Ich war nicht ein­fach nur ein Kom­man­dant, der Vor­schrif­ten be­folgte und In­stru­mente ab­las. Ich stand vor ei­ner Macht, die grö­ßer war als ich selbst.“

Lauro Ma­re­sca, Ka­pi­tän der MSC Eu­ri­bia

In die­sem Mo­ment ver­ein­ten sich Er­fah­rung und Glaube. Seine Fä­hig­kei­ten hal­fen ihm, kon­zen­triert und die Kon­trolle zu be­hal­ten, wäh­rend ihn der Glaube durch die Un­si­cher­heit trug, als Kon­trolle al­lein nicht mehr aus­reichte. 

Wäh­rend das Schiff si­cher die Straße von Hor­muz durch­querte, be­schrieb der Ka­pi­tän die Pas­sage als be­ruf­li­che Pflicht und per­sön­li­chen Wen­de­punkt zu­gleich.

„Die Angst war da, aber sie war nicht mehr vor mir. Sie war ne­ben mir, fast hin­ter mir. Ich habe nicht nur mei­nen Job ge­macht. Ich habe auch eine in­nere Grenze über­schrit­ten.“

Lauro Ma­re­sca, Ka­pi­tän der MSC Eu­ri­bia

Lauro Ma­re­sca be­zog sich da­mit auf den Wan­del vom al­lei­ni­gen Ver­trauen auf die Aus­bil­dung hin zu ei­nem Ver­trauen, das dar­über hin­aus­ging. Die Pas­sage ver­lief ohne Zwi­schen­fälle, doch für die Be­sat­zung auf der Brü­cke war es ein­deu­tig ein Mo­ment, der weit über die Na­vi­ga­tion hin­aus­ging. Für Ka­pi­tän Ma­re­sca war es nicht das Ende ei­ner Her­aus­for­de­rung, son­dern ein Über­gang. Ei­ner, der es ihm, in sei­nen ei­ge­nen Wor­ten, er­mög­lichte, „mehr zu wer­den, als ich dachte, dass ich es sei“.

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