Im Rahmen verschiedener Initiativen unterstützt die MSC Foundation Forschung und wissenschaftlich fundierten Meeresschutz. Auf den Bahamas verbindet beispielsweise das Super Coral Reefs Programme Korallenrestaurierung, Forschung und öffentliche Aufklärungsarbeit im Marine Conservation Center auf Ocean Cay.
Als Mitglied der International Coral Reef Initiative (ICRI) beteiligte sich die MSC Foundation gemeinsam mit weiteren Förderern an der Finanzierung des aktuellen Berichts des Global Coral Reef Monitoring Network und steuerte eine Fallstudie bei. Diese stellt die Forschungspartnerschaften, Monitoring-Aktivitäten, Maßnahmen zur Korallenrestaurierung und die Behandlung von Korallenkrankheiten im Rahmen des Programms vor.
Der bislang umfassendste globale Report zum Zustand von Korallenriffen vom Global Coral Reef Monitoring Network (GCRMN) verdeutlicht das Ausmaß des weltweiten Rückgangs der Korallenbedeckung. Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass wissenschaftlich fundierte Schutzmaßnahmen und eine langfristige Beobachtung entscheidend sind, damit sich die Riffe erholen und widerstandsfähiger werden können.
Der Bericht „Status of Coral Reefs of the World: 2025“ weist gegenüber dem Durchschnitt des Referenzzeitraums zwischen 1980 bis 2009 einen relativen Rückgang um 9,5 Prozent aus. Besonders deutlich waren die großflächige Korallenbleichen infolge mariner Hitzewellen. Durch die steigenden globalen Temperaturen werden diese häufiger und intensiver. Den Riffen bleibt dadurch zwischen den Ereignissen immer weniger Zeit zur Regeneration. Die Ergebnisse verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf, um unumkehrbare Verluste zu verhindern.
Gleichzeitig geben die Ergebnisse Anlass zur Hoffnung. Trotz des globalen Rückgangs zeigen mehrere Regionen, dass sich Korallenriffe erholen können, wenn lokale Belastungen wirksam reduziert werden. Die Verringerung von Belastungen durch Überfischung, Küstenentwicklung, Wasserverschmutzung und Korallenprädatoren kann die Widerstandsfähigkeit der Riffe stärken und ihre Erholung nach Korallenbleichen unterstützen. Für politische Entscheidungsträger ergibt sich daraus die wichtige Botschaft, dass gut konzipierte Maßnahmen auf lokaler Ebene messbare Verbesserungen bewirken können.
Fortschritt für die gemeinschaftliche Korallenforschung
Die Bewertung basiert auf 40 Jahren globaler Daten und umfasst 21,1 Millionen Beobachtungen von 36.886 Riffstandorten, mehr als zehnmal so viele wie im Bericht von 2020. Die Daten wurden von mehr als 600 Partnern weltweit und über zahlreiche Monitoring-Netzwerke zusammengetragen.
Diese erweiterte Datengrundlage macht sichtbar, wie sich Korallenriffe über lange Zeiträume verändert haben. Sie ermöglicht es den Wissenschaftern, Entwicklungen und ihre Ursachen nachzuverfolgen, Regionen miteinander zu vergleichen sowie Schwerpunkte von Rückgang und Erholung zu identifizieren. Für politische Entscheidungsträger liefert der Report damit eine wichtige Grundlage, um Risiken einzuschätzen und Schutzmaßnahmen gezielt an die Bedingungen vor Ort anzupassen.
„Unser Bericht liefert die bislang umfassendste Bewertung des Zustands der weltweiten Korallenriffe. Die Botschaft ist eindeutig: Regierungen müssen dringend wissenschaftlich fundierte politische Maßnahmen und Managementansätze umsetzen. Der wirksamste Weg, Korallenriffe zu schützen, besteht in einer schnellen Emissionsreduzierung, konsequenten Maßnahmen gegen lokale Belastungen und einem kontinuierlichen langfristigen Monitoring. Nur so können Schutzmaßnahmen gezielt dort ansetzen, wo sie die größte Wirkung entfalten.“
Dr. Manuel González Rivero, Hauptautor des Berichts „Status of Coral Reefs of the World: 2025“
Obwohl Korallenriffe lediglich 0,2 Prozent des Meeresbodens bedecken, bieten sie Lebensraum für mehr als 25 Prozent aller marinen Arten. Sie sichern die Lebensgrundlage und das Wohlergehen von rund einer Milliarde Menschen. Sie erbringen auch Ökosystemleistungen, deren jährlicher Wert auf bis zu 9,9 Billionen US-Dollar geschätzt wird. Korallenriffe schützen außerdem Küstenregionen und enthalten bioaktive Substanzen, die für die medizinische und pharmazeutische Forschung von Bedeutung sind.
„Wir sind stolz darauf, zu dieser außergewöhnlichen globalen wissenschaftlichen Initiative beigetragen zu haben. Korallenriffe senden uns eine klare Botschaft: Diese lebenswichtigen Ökosysteme stehen weltweit unter zunehmenden Druck. Wir sind deshalb fest davon überzeugt, dass Investitionen in Forschung und Monitoring entscheidend sind, um Restaurierungsmaßnahmen vor Ort gezielt zu unterstützen. Die Entscheidungen, die wir heute vor Ort treffen, können die globale Zukunft dieser lebenswichtigen Ökosysteme maßgeblich beeinflussen.“
Daniela Picco, Executive Director der MSC Foundation
Karibik und Bahamas
Dem Bericht des Global Coral Reef Monitoring Network zufolge gehört die Karibik zu den Regionen mit einem besonders deutlichen Rückgang der Korallenbedeckung. Die Verluste traten vor allem nach starken marinen Hitzewellen und Krankheitsausbrüchen auf. Die Ausbreitung und Sterblichkeit durch die Stony Coral Tissue Loss Disease hat in zahlreichen Teilen der Karibik zu erheblichen Korallenverlusten geführt. Zusätzliche Belastungen entstehen durch zunehmende intensive Hurrikane sowie infolge zunehmender Verschmutzung. Dazu kommen Massenfischerei und invasive Arten.
Für die Bahamas zeigt sich ein differenzierteres Bild. Dort war die Korallenbedeckung insgesamt bereits niedriger und blieb in den 1990er-Jahren weitgehend stabil. Im Verlauf der 2000er- und 2010er-Jahre setzte jedoch ein allmählicher Rückgang ein.




