Sechs Passagiere sind den italienischen Behörden gemeldet worden, nachdem sie sich angeblich unbefugt Zugang zum Bordlautsprechersystem der MSC Divina verschafft und falsche Notfalldurchsagen verbreitet hatten, die während der Fahrt nach Neapel für Besorgnis unter den Passagieren sorgten.
Laut der Zeitung „La Repubblica“ ereignete sich der Vorfall in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli, als das Kreuzfahrtschiff von Marmaris in der Türkei nach Neapel in Italien unterwegs war. Die Behörden gaben an, dass die sechs Personen, alle aus Neapel und in zwei separaten Kabinen untergebracht, Zugang zum Kommunikationsnetz des Schiffes erlangten und über die Bordsprechanlage falsche Notfalldurchsagen machten, die auf zwei Passagierdecks zu hören waren. Eine der unbefugten Durchsagen behauptete angeblich, der Kapitän habe die Kontrolle über das Schiff verloren, was bei Gästen und Besatzungsmitgliedern für Verwirrung und Besorgnis sorgte.

Nach der Ankunft des Schiffes in Neapel alarmierten Passagiere die Behörden. Nach einer Anzeige des Kapitäns betraten Beamte der Küstenwache und der Grenzpolizei Neapel das Schiff und leiteten Ermittlungen ein. Die Ermittler konnten die unautorisierten Übertragungen zu sechs Verdächtigen zurückverfolgen, die daraufhin wegen unbefugten Zugriffs auf ein Computersystem und Störung der öffentlichen Sicherheit angezeigt wurden.
Die Ermittler arbeiten nun daran, genau zu klären, wie die Gruppe die Cybersicherheitsvorkehrungen des Schiffes umgehen und Zugang zum Bordkommunikationssystem erlangen konnte. Da das Schiff unter panamaischer Flagge registriert ist, werden die Ermittlungsergebnisse voraussichtlich auch den panamaischen Behörden mitgeteilt.
Nach dem Vorfall wandte sich Kapitän Gabriele Russo über die Bordlautsprecher an die Passagiere und erklärte, dass die Durchsagen von einer oder mehreren Personen stammten, die Nachrichten übermittelten, die in keinerlei Zusammenhang mit dem normalen Schiffsbetrieb standen.

Der Kapitän sagte, die Besatzung habe nach Entdeckung der unautorisierten Durchsagen umgehend die technische Abteilung von MSC kontaktiert. Eine erste Untersuchung identifizierte schnell die technische Ursache des Eindringens, während eine detailliertere Untersuchung eingeleitet wurde, um genau zu klären, wie es zu dem Vorfall kommen konnte und um die Verantwortlichen zu ermitteln.
Kapitän Russo entschuldigte sich im Namen seiner Crew und von MSC Cruises bei den Passagieren für die Störung ihrer Erholung und alle durch den Vorfall verursachten Unannehmlichkeiten und dankte den Gästen für ihr Verständnis.