MSC Divina: Sicherheitslücke im Bordlautsprechersystem

Sechs Pas­sa­giere sind den ita­lie­ni­schen Be­hör­den ge­mel­det wor­den, nach­dem sie sich an­geb­lich un­be­fugt Zu­gang zum Bord­laut­spre­cher­sys­tem der MSC Di­vina ver­schafft und fal­sche Not­fall­durch­sa­gen ver­brei­tet hat­ten, die wäh­rend der Fahrt nach Nea­pel für Be­sorg­nis un­ter den Pas­sa­gie­ren sorg­ten.

Laut der Zei­tung „La Re­pubblica“ er­eig­nete sich der Vor­fall in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli, als das Kreuz­fahrt­schiff von Mar­ma­ris in der Tür­kei nach Nea­pel in Ita­lien un­ter­wegs war. Die Be­hör­den ga­ben an, dass die sechs Per­so­nen, alle aus Nea­pel und in zwei se­pa­ra­ten Ka­bi­nen un­ter­ge­bracht, Zu­gang zum Kom­mu­ni­ka­ti­ons­netz des Schif­fes er­lang­ten und über die Bord­sprech­an­lage fal­sche Not­fall­durch­sa­gen mach­ten, die auf zwei Pas­sa­gier­decks zu hö­ren wa­ren. Eine der un­be­fug­ten Durch­sa­gen be­haup­tete an­geb­lich, der Ka­pi­tän habe die Kon­trolle über das Schiff ver­lo­ren, was bei Gäs­ten und Be­sat­zungs­mit­glie­dern für Ver­wir­rung und Be­sorg­nis sorgte.

Nea­pel (c) Da­nilo d’A­gos­tino via Un­s­plash

Nach der An­kunft des Schif­fes in Nea­pel alar­mier­ten Pas­sa­giere die Be­hör­den. Nach ei­ner An­zeige des Ka­pi­täns be­tra­ten Be­amte der Küs­ten­wa­che und der Grenz­po­li­zei Nea­pel das Schiff und lei­te­ten Er­mitt­lun­gen ein. Die Er­mitt­ler konn­ten die un­au­to­ri­sier­ten Über­tra­gun­gen zu sechs Ver­däch­ti­gen zu­rück­ver­fol­gen, die dar­auf­hin we­gen un­be­fug­ten Zu­griffs auf ein Com­pu­ter­sys­tem und Stö­rung der öf­fent­li­chen Si­cher­heit an­ge­zeigt wur­den.

Die Er­mitt­ler ar­bei­ten nun daran, ge­nau zu klä­ren, wie die Gruppe die Cy­ber­si­cher­heits­vor­keh­run­gen des Schif­fes um­ge­hen und Zu­gang zum Bord­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem er­lan­gen konnte. Da das Schiff un­ter pa­na­mai­scher Flagge re­gis­triert ist, wer­den die Er­mitt­lungs­er­geb­nisse vor­aus­sicht­lich auch den pa­na­mai­schen Be­hör­den mit­ge­teilt.

Nach dem Vor­fall wandte sich Ka­pi­tän Ga­briele Russo über die Bord­laut­spre­cher an die Pas­sa­giere und er­klärte, dass die Durch­sa­gen von ei­ner oder meh­re­ren Per­so­nen stamm­ten, die Nach­rich­ten über­mit­tel­ten, die in kei­ner­lei Zu­sam­men­hang mit dem nor­ma­len Schiffs­be­trieb stan­den.

MSC Di­vina (c) MSC Crui­ses

Der Ka­pi­tän sagte, die Be­sat­zung habe nach Ent­de­ckung der un­au­to­ri­sier­ten Durch­sa­gen um­ge­hend die tech­ni­sche Ab­tei­lung von MSC kon­tak­tiert. Eine erste Un­ter­su­chung iden­ti­fi­zierte schnell die tech­ni­sche Ur­sa­che des Ein­drin­gens, wäh­rend eine de­tail­lier­tere Un­ter­su­chung ein­ge­lei­tet wurde, um ge­nau zu klä­ren, wie es zu dem Vor­fall kom­men konnte und um die Ver­ant­wort­li­chen zu er­mit­teln.

Ka­pi­tän Russo ent­schul­digte sich im Na­men sei­ner Crew und von MSC Crui­ses bei den Pas­sa­gie­ren für die Stö­rung ih­rer Er­ho­lung und alle durch den Vor­fall ver­ur­sach­ten Un­an­nehm­lich­kei­ten und dankte den Gäs­ten für ihr Ver­ständ­nis.

www.msccruises.at

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