Für die Gäste an Bord der AIDAperla hat der Hafenaufenthalt in Le Havre in Frankreich am 8. September 2026 eine dramatische Wendung genommen. Gegen 16:00 Uhr sind aufgrund starker Winde die vorderen Festmacherleinen gerissen, in der Folge hat sich das Schiff von seinem Liegeplatz gelöst und ist gegen eine Kaimauer geprallt.
Das für 3.286 Passagiere ausgelegte Schiff befand sich auf einer siebentägigen Reise, die am 5. September 2026 in Hamburg begonnen hatte. Vor dem Anlaufen von Le Havre hatte es lediglich am 7. September einen Hafenstopp in Southampton absolviert.
Aufzeichnungen von Weather Underground zufolge erreichten Windböen in Le Havre am Dienstagnachmittag Geschwindigkeiten von rund 35 Meilen pro Stunde. Ein von einem Augenzeugen auf Facebook geteiltes Video zeigte die Momente, nachdem diese Böen die AIDAperla von ihrem Liegeplatz losgerissen und rückwärts gedrückt hatten, wodurch das Heck gegen die Kaimauer stieß.
Bei diesem Vorfall wurden beide Gangways abgerissen und trieben als Hindernisse im Hafenbecken. Von einem Passagier geteilte Fotos zeigen eine der Gangways, die an der Backbordseite des Schiffes herabhing, während dieses abtrieb.
Der Zeuge berichtete, dass die AIDAperla von diesem Unfall betroffen war und noch immer in Le Havre liegt. Etwa 500 Gäste der AIDAperla befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf Landausflügen und konnten vorübergehend nicht an Bord zurückkehren. Der Hafen wurde zeitweise gesperrt, während die Besatzung daran arbeitete, das Schiff zu sichern und das Hafenbecken zu räumen.
Auch die Mein Schiff 3 von TUI Cruises lag zu diesem Zeitpunkt in Le Havre. Sie musste von Schleppern in Position gehalten werden. Ihr Auslaufen verzögerte sich aufgrund der Hafensituation um zwei Stunden. Schlepper kamen zum Einsatz, um das Schiff zu unterstützen und es zurück an seinen Liegeplatz zu bringen.
In einer Stellungnahme um 21:22 Uhr teilte Haropa Port mit, dass die AIDAperla wieder gesichert sei und die Passagiere sicher an Bord gehen könnten. Es wurden weder an Bord noch am Kai Verletzte gemeldet, der Schiffsverkehr im Hafen konnte schrittweise wieder aufgenommen werden.
AIDA Cruises bestätigte, dass das Schiff die Kaimauer berührt hat und nun einer gründlichen Inspektion durch Techniker und Behörden unterzogen wird. Die AIDAperla liegt nach wie vor unverändert in dem französischen Hafen am Ärmelkanal, wo die Schäden begutachtet und, sofern möglich, behoben werden. Deutschen Medienberichten zufolge benötigt die AIDAperla auch die Freigabe durch die zuständige Klassifikationsgesellschaft, bevor sie Le Havre verlassen darf.
Die AIDAperla ließ nach dem Vorfall Zeebrugge aus. Ursprünglich sollte das Schiff am 8. September um 20:00 Uhr in Le Havre ablegen und am 9. September nach Zeebrugge weiterfahren. Infolge des Vorfalls blieb das Schiff jedoch in Le Havre. Auch der nächste geplante Hafenanlauf in Rotterdam, der für den 10. September vorgesehen war, ist ausgefallen. Am Donnerstagabend beabsichtigt das Schiff offenbar zurück nach Hamburg abzulegen. Bis zum Abend ist in Le Havre der Landgang für die Gäste freigegeben.
Laut Schiffsidentifikationssignal AIS möchte die AIDAperla am Freitagabend die Elbmündung bei Cuxhaven erreichen, sodass die laufende Kreuzfahrt planmäßig am Samstag im Hamburger Hafen beendet werden kann. Dazu muss das Schiff am Donnerstagabend ablegen, weil für die Fahrt nach Hamburg ein Seetag notwendig ist.
Die nächste siebentägige Reise soll am selben Tag, den 12. September, in Hamburg beginnen und nach Bergen, Nordfjordeid, Ålesund und Stavanger führen. Das Schiff soll am 19. September nach Hamburg zurückkehren.

