Havila Pollux und Havila Polaris c Havila Voyages

Havila Voyages: Norwegische Regierung will Vertragslaufzeit kürzen

Die nor­we­gi­sche Re­gie­rung will die nächste Ver­trags­lauf­zeit für die Post­schif­froute von zehn Jah­ren auf vier bis fünf Jahre ver­kür­zen. Der neu­este An­bie­ter auf der Route, Ha­vila Voy­a­ges, legt be­reits ge­plante In­ves­ti­tio­nen auf Eis und warnt da­vor, dass der Vor­schlag ne­ga­tive Aus­wir­kun­gen auf die Küs­ten­re­gio­nen ha­ben werde.

Die Aus­wir­kun­gen wer­den sich vor­aus­sicht­lich auf Ar­beits­plätze, die Be­völ­ke­rung, die Schad­stoff­re­du­zie­rung und die Not­fall­vor­sorge er­stre­cken. Das nor­we­gi­sche Par­la­ment, das Stort­ing, wird im De­zem­ber über die Rah­men­be­din­gun­gen ent­schei­den.

Havila Polaris c Havila Voyages
Ha­vila Po­la­ris (c) Ha­vila Voy­a­ges

In ih­rem Ent­wurf für den Staats­haus­halt 2027 schlägt die nor­we­gi­sche Re­gie­rung vor, die Ver­trags­lauf­zeit für die Küs­ten­route zwi­schen Ber­gen und Kir­kenes nach 2030 von zehn Jah­ren auf vier bis fünf Jahre zu ver­kür­zen. Der neue Rah­men bil­det die Grund­lage für die Aus­schrei­bung, die laut Si­gna­len, die Ha­vila Voy­a­ges er­hal­ten hat, in der ers­ten Hälfte des Jah­res 2027 ver­öf­fent­licht wer­den soll.

Ha­vila Voy­a­ges legt ge­plante In­ves­ti­tio­nen für die nächste Ver­trags­lauf­zeit auf Eis, dar­un­ter auch Um­bau­ten, die den Um­schlag von Pri­vat­fahr­zeu­gen in al­len Hä­fen er­mög­li­chen wür­den.

CEO Bent Martini auf der ersten Rundreise auf Biogas mit der Havila Polaris c Havila Voyages
CEO Bent Mar­tini auf der ers­ten Rund­reise auf Bio­gas mit der Ha­vila Po­la­ris (c) Ha­vila Voy­a­ges

„Ein Schiff wird ge­baut, um jahr­zehn­te­lang zu fah­ren. Ein vier- bis fünf­jäh­ri­ger Ver­trag bie­tet keine Grund­lage für In­ves­ti­tio­nen in neue Schiffe oder grö­ßere tech­no­lo­gi­sche Fort­schritte. Wir müs­sen da­her ei­nige In­ves­ti­tio­nen zu­rück­stel­len und an­dere bis zur Klä­rung der Lage über­den­ken“, sagt Bent Mar­tini, CEO von Ha­vila Voy­a­ges.

Gleich­zei­tig macht Mar­tini deut­lich, dass das Un­ter­neh­men die Si­tua­tion den­noch meis­tern wird. Die Schiffe sind für al­ter­na­tive Ein­satz­zwe­cke aus­ge­legt, die Or­ga­ni­sa­tion ist vor­han­den, und der in­ter­na­tio­nale Rei­se­markt ist at­trak­tiv.

„Hier geht es nicht um Ha­vila Voy­a­ges. Wir ver­fü­gen über Schiffe, das Per­so­nal und meh­rere al­ter­na­tive Märkte au­ßer­halb der Küs­ten­route, so­wohl na­tio­nal als auch in­ter­na­tio­nal. Es ist die Küste, die dar­un­ter lei­den wird: die Ar­beits­plätze, die Be­völ­ke­rung, die Emis­si­ons­sen­kun­gen und die Not­fall­vor­sorge“, sagt Bent Mar­tini.

Treffen auf See c Havila Voyages
Tref­fen auf See (c) Ha­vila Voy­a­ges

Ha­vila Voy­a­ges ist der An­sicht, dass ein der­art kur­zer Ver­trag den Wett­be­werb in der Pra­xis auf die heu­ti­gen Be­trei­ber und de­ren be­stehende Flot­ten be­schrän­ken wird. Gleich­zei­tig wird das äl­teste Schiff auf der Stre­cke bei Ab­lauf des nächs­ten Ver­tra­ges mehr als 50 Jahre alt sein. Bent Mar­tini ist der An­sicht, dass kurze Ver­träge in der Re­gel teu­rer sind, da sich die In­ves­ti­tio­nen in ei­nem kür­ze­ren Zeit­raum amor­ti­sie­ren müs­sen. Es sei schwer nach­voll­zieh­bar, warum die Re­gie­rung eine Lö­sung wäh­len sollte, die die Küs­ten­route für den Staat ver­teu­ern könnte.

Ha­vila Voy­a­ges lehnt au­ßer­dem die von der Re­gie­rung vor­ge­schla­ge­nen Kli­ma­vor­ga­ben ab. Das Ver­kehrs­mi­nis­te­rium schreibt, dass Kli­ma­vor­ga­ben, die über die ge­setz­li­chen Vor­ga­ben hin­aus­ge­hen, nur dann fest­ge­legt wer­den soll­ten, wenn die Kos­ten für die Emis­si­ons­min­de­rung dies recht­fer­ti­gen.

Be­reits im Herbst 2025 ha­ben so­wohl Ha­vila Voy­a­ges als auch Hur­tig­ru­ten ge­zeigt, dass al­ter­na­tive Kraft­stoffe die Emis­sio­nen er­heb­lich sen­ken kön­nen. Ha­vila Voy­a­ges strebt an, seine ge­samte Flotte bis 2028 mit Bio­gas kli­ma­neu­tral zu be­trei­ben und ab 2030 ei­nen emis­si­ons­freien Be­trieb zu er­rei­chen.

Havila Castor am Kai in Bergen c Havila Voyages
Ha­vila Cas­tor in Ber­gen (c) Ha­vila Voy­a­ges

„Beide Un­ter­neh­men ha­ben dies er­reicht, ohne Kom­pro­misse bei der Si­cher­heit ein­zu­ge­hen. Un­sere Schiffe wei­sen be­reits jetzt nied­ri­gere CO₂-Emis­sio­nen auf, als der Ver­trag vor­schreibt. Wenn der nächste Ver­trag keine kla­ren An­for­de­run­gen fest­legt oder uns keine Zeit gibt, in bes­sere Lö­sun­gen zu in­ves­tie­ren, läuft die See­fah­rer­na­tion Nor­we­gen Ge­fahr, die be­reits in Gang ge­setzte, po­si­tive Ent­wick­lung zum Still­stand zu brin­gen. Die Re­gie­rung muss ihre Kauf­kraft nut­zen, um In­no­va­tion und er­heb­li­che Emis­si­ons­sen­kun­gen vor­an­zu­trei­ben.“
Bent Mar­tini, CEO von Ha­vila Voy­a­ges

Ha­vila Voy­a­ges ist der An­sicht, dass ein kür­ze­rer Ver­trag, schwa­che Kli­ma­vor­ga­ben und neue Be­wer­tun­gen der Küs­ten­route im Na­tio­na­len Ver­kehrs­plan zu­sam­men er­heb­li­che Un­si­cher­heit über die Zu­kunft der Route schaf­fen.

„Ins­ge­samt be­trach­tet las­sen die Vor­schläge die Tür of­fen für eine Ein­stel­lung der Küs­ten­route nach 2035. Die Küs­ten­ge­mein­den sind auf täg­li­che Ha­fen­auf­ent­halte, Fracht- und Per­so­nen­ver­kehr, Ar­beits­plätze und lo­kale Lie­fe­ran­ten an­ge­wie­sen. Hier geht es um weit mehr als nur um die Ree­de­reien, die al­ter­na­tive Ein­satz­mög­lich­kei­ten für ihre Schiffe fin­den wer­den“, sagt Bent Mar­tini.

Per Saevik Gruender von Havila Voyages im Buero in Fosnavag in Norwegen c Bjornar Saevik fuer Havila Voyages
Per Sæ­vik, Grün­der von Ha­vila Voy­a­ges, im Büro in Fos­na­våg in Nor­we­gen (c) Bjør­nar Sæ­vik für Ha­vila Voy­a­ges

Per Sæ­vik, Grün­der von Ha­vila Voy­a­ges, stieg mit dem kla­ren Ziel in die Küs­ten­route ein, Ar­beits­plätze, Wert­schöp­fung und lo­kale Ver­an­ke­rung ent­lang der Küste. Als er im ver­gan­ge­nen Jahr das Ru­der an die nächste Ge­ne­ra­tion über­gab, fasste die nor­we­gi­sche Zeit­schrift En­er­gi­gass Norge sein Le­bens­werk so zu­sam­men, dass der rote Fa­den lang­fris­ti­ges Den­ken, In­no­va­tion und Ar­beits­plätze ent­lang der Küste wa­ren. Per Sæ­vik ist der An­sicht, dass der Vor­schlag der Re­gie­rung in die ent­ge­gen­ge­setzte Rich­tung weist.

„Wir ha­ben im­mer auf Dauer an­ge­legt. Schiffe, Men­schen und Ar­beits­plätze ent­lang der Küste sind nichts, was man in vier oder fünf Jah­ren auf­baut, und man be­kommt sie nicht zu­rück, wenn sie ein­mal weg sind. Ein so kur­zer Ver­trag bie­tet kei­nen An­reiz zu in­ves­tie­ren. Dann sind es nicht die Ree­de­reien, die ver­lie­ren, es sind die lo­ka­len Ge­mein­den, die dar­auf an­ge­wie­sen sind, dass je­den Tag ein Post­schiff an­legt“, sagt Per Sæ­vik.

www.havilavoyages.com

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