Norwegian: Gebühr für nicht wahrgenommene Tischreservierungen

Nor­we­gian Cruise Line hat eine neue Re­ge­lung ein­ge­führt, nach der die Gäste eine Ge­bühr von zehn US-Dol­lar pro Per­son zah­len müs­sen, wenn sie eine Tisch­re­ser­vie­rung für ei­nes der zahl­rei­chen Spe­zia­li­tä­ten­re­stau­rants an Bord der Schiffe nicht wahr­neh­men. Auch Royal Ca­rib­bean hat eine sol­che Ge­bühr kürz­lich an­ge­kün­digt.

Die Re­ge­lung wurde zwar von Nor­we­gian noch nicht of­fi­zi­ell kom­mu­ni­ziert, ist aber be­reits im täg­li­chen Bord-News­let­ter „Free­style Daily“ und in den of­fi­zi­el­len Stor­nie­rungs­be­din­gun­gen der Kreuz­fahrt­ge­sell­schaft zu fin­den. Dem­nach wird die Ge­bühr im­mer dann fäl­lig, wenn die Re­ser­vie­rung nicht min­des­tens zwei Stun­den vor der ge­plan­ten Es­sens­zeit stor­niert oder ge­än­dert wird.

Nor­we­gian Aqua /​ Com­mo­dore Room (c) Nor­we­gian Cruise Line

Die­ser Schritt wurde un­ter­nom­men, da die Spe­zia­li­tä­ten­re­stau­rants von Nor­we­gian oft lange War­te­lis­ten auf­wei­sen, so­dass ei­nige Gäste gar nicht oder zu­min­dest nicht die bes­ten Zeit­fens­ter bu­chen kön­nen. Gleich­zei­tig blei­ben aber im­mer wie­der Plätze leer, weil die Gäste trotz Re­ser­vie­rung nicht er­schei­nen. Mit der Zehn-Dol­lar-Straf­ge­bühr hofft Nor­we­gian, die Kun­den mit Re­ser­vie­run­gen dazu zu be­we­gen, ent­we­der zu er­schei­nen oder im Vor­aus zu stor­nie­ren, um die Plätze für an­dere frei­zu­ma­chen.

Die Gäste ha­ben da­bei meh­rere Mög­lich­kei­ten, ihre Es­sens­zei­ten zu stor­nie­ren oder zu än­dern – ent­we­der über die App von Nor­we­gian Cruise Line, durch ei­nen An­ruf bei der Kreuz­fahrt­ge­sell­schaft vor der Ein­schif­fung oder di­rekt an Bord am Re­ser­vie­rungs­schal­ter für die Re­stau­rants oder beim Gäs­te­s­er­vice. Die neue Ge­bühr än­dert da­bei aber nichts an der be­stehen­den Ka­renz­zeit: Re­ser­vie­run­gen wer­den wei­ter­hin 15 Mi­nu­ten nach der ver­ein­bar­ten Zeit auf­recht­erhal­ten, be­vor die Plätze frei­ge­ge­ben wer­den.

Nor­we­gian Prima /​ Ha­suki (c) Nor­we­gian Cruise Line

Nor­we­gian Cruise Line ist mit die­sem An­satz al­ler­dings nicht al­lein. Auch Royal Ca­rib­bean hat vor kur­zem aus den­sel­ben Grün­den eine Ge­bühr von zehn US-Dol­lar für das Nicht­er­schei­nen zum Abend­essen an­ge­kün­digt. Ein­zi­ger Un­ter­schied: Tisch­re­ser­vie­run­gen müs­sen min­des­tens 24 Stun­den im Vor­aus stor­niert wer­den, um die Ge­bühr zu ver­mei­den.

Für beide Kreuz­fahrt­ge­sell­schaf­ten sind die Spe­zia­li­tä­ten­re­stau­rants eine wich­tige Ein­nah­me­quelle. Des­halb ver­su­chen sie, mög­lichst alle Ti­sche zu nüt­zen. Die Ge­bühr ga­ran­tiert zwar nicht, dass je­der Tisch be­setzt ist, er­höht aber die Wahr­schein­lich­keit, dass mehr Pas­sa­giere die Viel­falt der Spe­zia­li­tä­ten ge­nie­ßen kön­nen, und ver­hin­dert gleich­zei­tig, dass „Phan­tom­re­ser­vie­run­gen” an­dere Pas­sa­giere aus­schlie­ßen.

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