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Norwegian Dawn fällt bei Hygiene-Inspektion der CDC durch

Eine rou­ti­ne­mä­ßige Ge­sund­heits­in­spek­tion der CDC, der US-ame­ri­ka­ni­schen Zen­tren für Krank­heits­kon­trolle und ‑prä­ven­tion, hat der Nor­we­gian Cruise Line für ihre Nor­we­gian Dawn eine un­ge­nü­gende Be­wer­tung der Hy­giene be­schei­nigt.

Die In­spek­tion fand am 29. März 2026 im Rah­men des Ves­sel Sa­ni­ta­tion Pro­gram der CDC statt, das die Ge­sund­heits- und Hy­gie­ne­be­din­gun­gen auf Kreuz­fahrt­schif­fen über­wacht, die US-Hä­fen an­lau­fen.

Hän­de­hy­giene (c) Me­lissa Jeanty via Un­s­plash

Die In­spek­to­ren ver­ga­ben dem Schiff 84 Punkte. Kreuz­fahrt­schiffe müs­sen min­des­tens 86 Punkte er­rei­chen, um die In­spek­tion der CDC zu be­stehen. Diese In­spek­tion dient der Re­du­zie­rung des Ri­si­kos von le­bens­mit­tel­be­ding­ten Er­kran­kun­gen und an­de­ren Ge­sund­heits­pro­ble­men auf Kreuz­fahrt­schif­fen.

Bei der In­spek­tion der Nor­we­gian Dawn wur­den die Be­rei­che für die Le­bens­mit­tel­zu­be­rei­tung, Buf­fets, La­ger­räume, Sa­ni­tär­an­la­gen und Was­ser­ver­sor­gung des ge­sam­ten Schif­fes un­ter­sucht. Die Prü­fer stell­ten meh­rere Män­gel in Be­zug auf die La­ger­tem­pe­ra­tu­ren von Le­bens­mit­teln, die Sau­ber­keit der Ge­räte und War­tungs­pro­bleme in den Kom­bü­sen und Ser­vice­be­rei­chen fest.

Der Be­richt fügte je­doch hinzu, dass die Be­sat­zungs­mit­glie­der viele der fest­ge­stell­ten Män­gel um­ge­hend be­ho­ben hät­ten. Laut Be­richt re­agierte die Be­sat­zung schnell und pro­fes­sio­nell und lei­tete Kor­rek­tur­maß­nah­men für alle fest­ge­stell­ten Pro­bleme ein. Die Hy­gie­neinspek­tio­nen der CDC wer­den un­an­ge­kün­digt durch­ge­führt und fin­den in der Re­gel zwei­mal jähr­lich auf Kreuz­fahrt­schif­fen statt, die re­gel­mä­ßig US-Hä­fen an­lau­fen. Die Er­geb­nisse wer­den auf der Web­site des VSP der Be­hörde ver­öf­fent­licht.

Kon­trolle durch die CDC (c) CDC via Un­s­plash

Die für 2.290 Pas­sa­giere aus­ge­legte Nor­we­gian Dawn wurde vor ei­ner sie­ben­tä­gi­gen Kreuz­fahrt durch die west­li­che Ka­ri­bik, die Stopps in Co­zu­mel und Costa Maya in Me­xiko, Har­vest Caye in Be­lize und Roa­tán in Hon­du­ras be­inhal­tete, in ih­rem Hei­mat­ha­fen Tampa in Flo­rida in­spi­ziert. Der Be­richt lis­tet Si­cher­heits- und Hy­gie­ne­män­gel auf, wie eine Viel­zahl von Pro­ble­men in den Spei­se­räu­men und La­ger­räu­men des Schif­fes. Ei­nes der gra­vie­rends­ten Pro­bleme be­traf die La­ge­rung von Le­bens­mit­teln bei zu ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren. Die In­spek­to­ren fan­den Milch, Sahne und ver­schie­dene Kä­se­sor­ten in Kühl­schrän­ken, de­ren In­nen­tem­pe­ra­tur 44 bis 45 Grad Fah­ren­heit, bis zu sie­ben Grad Cel­sius be­trug, deut­lich über dem von der CDC emp­foh­le­nen Grenz­wert von 41 Grad Fah­ren­heit be­zie­hungs­weise fünf Grad Cel­sius für leicht ver­derb­li­che Le­bens­mit­tel.

Die Er­mitt­ler stell­ten au­ßer­dem fest, dass ei­nige Kühl­ge­räte zu warm lie­fen, die Luft­tem­pe­ra­tur er­reichte 47 Grad Fah­ren­heit, also acht Grad Cel­sius. Le­bens­mit­tel­kar­tons wa­ren dicht ge­sta­pelt, was die Luft­zir­ku­la­tion be­hin­derte und die Küh­lung er­schwerte. Bei der un­an­ge­kün­dig­ten Kon­trolle wur­den auch Män­gel bei der Hy­giene der Ge­räte zur Zu­be­rei­tung und La­ge­rung von Le­bens­mit­teln fest­ge­stellt. An zwei Eis­ma­schi­nen wie­sen die Ober­flä­chen, die mit Eis in Be­rüh­rung kom­men, schwarze und rosa Ab­la­ge­run­gen auf. Laut Be­richt war die Eis­ma­schine stark ver­schmutzt, die Ober­flä­chen, die mit Le­bens­mit­teln in Kon­takt kom­men, wa­ren mit schwar­zen und rosa Ab­la­ge­run­gen von mehr als ei­nem Tag be­deckt. Beide Ma­schi­nen wur­den um­ge­hend au­ßer Be­trieb ge­nom­men, um ge­rei­nigt und des­in­fi­ziert zu wer­den.

Wei­tere Män­gel wa­ren schim­mel­ar­tige Ab­la­ge­run­gen an Kühl­schrank­dich­tun­gen, ver­ros­te­tes Be­steck in Schrän­ken und Kon­dens­was­ser, das in den Be­rei­chen der Le­bens­mit­tel­zu­be­rei­tung von den De­cken tropfte. Die In­spek­to­ren be­ob­ach­te­ten au­ßer­dem Frucht­flie­gen im Spei­se­saal der Be­sat­zung. Ein­mal saß eine Fliege auf ei­nem Brot, das ge­rade zum Mit­tag­essen ser­viert wurde. Das Brot wurde ent­fernt, nach­dem der Man­gel be­merkt wor­den war.

(c) CDC via Un­s­plash

Der Be­richt hob auch Pro­bleme mit der Was­ser­si­cher­heits­aus­rüs­tung des Schif­fes her­vor. Ei­nige Rück­fluss­ver­hin­de­rer, die das Trink­was­ser vor Ver­un­rei­ni­gun­gen schüt­zen sol­len, wie­sen blo­ckierte oder nicht ord­nungs­ge­mäß ab­ge­dich­tete Ent­lüf­tungs­öff­nun­gen auf.

Nach ei­ner nied­ri­gen Punkt­zahl wird von den Kreuz­fahrt­ge­sell­schaf­ten er­war­tet, dass sie die Pro­bleme be­he­ben und Do­ku­men­ta­tio­nen ein­rei­chen, die dar­le­gen, wie die Pro­bleme an­ge­gan­gen wur­den. Die Nor­we­gian Dawn ver­ließ Tampa nach ih­rer Ka­ri­bik­reise vom 29. März am 5. April 2026, um für die Som­mer­sai­son ins Mit­tel­meer ver­legt zu wer­den. Sie wird am 18. April 2026 in Lis­sa­bon in Por­tu­gal ein­tref­fen.

Die CDC über­wacht keine Schiffe in Eu­ropa, und das Schiff hat sei­nen Be­richt über die Kor­rek­tur­maß­nah­men bis Re­dak­ti­ons­schluss von „Cruise Hive“, das über die Hy­gie­ne­über­prü­fung der Nor­we­gian Dawn durch die CDC be­rich­tete, noch nicht an die CDC über­mit­telt. Das letzte Mal, dass die CDC ei­nem Kreuz­fahrt­schiff eine un­ge­nü­gende Note gab, war die „Villa Vie Odys­sey“ von Villa Vie am 9. Juli 2025. Da­vor wa­ren sie­ben Jahre ver­gan­gen, seit ein Schiff eine un­ge­nü­gende Be­wer­tung er­hal­ten hatte.

www.ncl.com

Elisabeth Kapral

Als Juristin hat Elisabeth gelernt, exakt zu formulieren. Das kommt ihr jetzt zugute, wenn sie für cruise4news schreibt. Worüber sie schreibt, weiß sie dabei ganz genau, denn sie hat in den letzten 15 Jahren mehr als 80 Kreuzfahrten mit den verschiedensten Reedereien unternommen.
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