Miami erwägt direkten Zug zwischen Flughafen und Hafen

Wenn Kreuz­fahrt­gäste es satt ha­ben, an ei­nem stark fre­quen­tier­ten Kreuz­fahrt­tag im Ha­fen von Mi­ami im Stau zu ste­hen, sind sie nicht al­lein. Doch es wird ein neuer Plan ge­prüft, der Kreuz­fahrt­pas­sa­gie­ren eine Di­rekt­ver­bin­dung mit dem Zug vom Flug­ha­fen zum Kreuz­fahrt­ha­fen er­mög­li­chen würde.

Laut Me­di­en­be­rich­ten prü­fen die Ver­kehrs­be­hör­den von Mi­ami-Dade Emp­feh­lun­gen für eine di­rekte Zug­ver­bin­dung ohne Zwi­schen­halt zwi­schen dem in­ter­na­tio­na­len Flug­ha­fen Mi­ami und dem im­mer stär­ker fre­quen­tier­ten Kreuz­fahrt­ha­fen. Bright­line bie­tet be­reits eine be­queme Zug­ver­bin­dung zu ei­nem Bahn­hof, der etwa drei Ki­lo­me­ter von Port­Mi­ami ent­fernt liegt. Der neue Vor­schlag würde Kreuz­fahrt­pas­sa­giere di­rekt zum Kreuz­fahrt­ter­mi­nal brin­gen.

Mi­ami In­ter­na­tio­nal Air­port (c) And­res Dal­li­monti via Un­s­plash

Eine ak­tu­elle Stu­die hat ge­zeigt, dass die Zug­ver­bin­dung den Ver­kehr an den ver­kehrs­rei­chen Wo­chen­en­den ent­las­ten würde, an de­nen bis zu neun oder mehr Kreuz­fahrt­schiffe täg­lich im Ha­fen ein- und aus­lau­fen.

Mi­ami gilt nicht um­sonst als „Kreuz­fahrt-Haupt­stadt der Welt“. Port­Mi­ami ver­zeich­nete im Ge­schäfts­jahr 2025 ei­nen Re­kord von 8.564.225 Kreuz­fahrt­pas­sa­gie­ren. Das ist ein An­stieg von vier Pro­zent ge­gen­über dem Vor­jahr und die höchste Ge­samt­zahl in der Ge­schichte des Ha­fens, auch wenn Port Ca­na­ve­ral Mi­ami im Jahr 2025 nur knapp den Ti­tel „ver­kehrs­reichs­ter Kreuz­fahrt­ha­fen der Welt“ strei­tig machte. Der­zeit müs­sen alle Pas­sa­giere, selbst die­je­ni­gen, die nach Mi­ami flie­gen, im­mer noch ein Auto nut­zen, um zum Schiff zu ge­lan­gen.

Da der Kreuz­fahrt­ver­kehr in Mi­ami in den kom­men­den Jah­ren vor­aus­sicht­lich wei­ter zu­neh­men wird, ver­su­chen die Ver­ant­wort­li­chen in der Stadt, vor­aus­schau­end eine Zug­ver­bin­dung zwi­schen Flug­ha­fen und Kreuz­fahrt­ha­fen zu pla­nen. Wenn der Ver­kehr in Port­Mi­ami ein Pro­blem dar­stellt, ha­ben ei­nige Gäste Be­rich­ten zu­folge so­gar ihre Fahr­ge­le­gen­heit auf­ge­ge­ben und sind die letzte Stre­cke zu Fuß ge­gan­gen, das Ge­päck im Schlepp­tau. Ein Di­rekt­zug könnte für die Tau­sen­den von Pas­sa­gie­ren, die jede Wo­che am Flug­ha­fen Mi­ami an­kom­men, eine we­sent­lich be­que­mere Al­ter­na­tive bie­ten, um zum Schiff zu ge­lan­gen.

Icon of the Seas in Mi­ami (c) Royal Ca­rib­bean

Die Stadt prüft der­zeit zwei Haupt­op­tio­nen:

Op­tion 1: Ver­län­ge­rung der be­stehen­den Me­tro­Mo­ver-Stre­cke um etwa 14,5 Ki­lo­me­ter. Da­bei könnte ent­we­der die be­stehende Gü­ter­bahn­brü­cke oder die Mi­ami-Ri­ver-Brü­cke ge­nutzt wer­den, al­ler­dings würde je­der Wa­gen nur etwa 50 Fahr­gäste be­för­dern.

Op­tion 2: Eine 16 Ki­lo­me­ter lange Er­wei­te­rung des Me­trorail-Sys­tems mit hö­he­rer Ka­pa­zi­tät, die den Bau ei­ner neuen Brü­cke über den In­tra­co­as­tal Wa­ter­way be­inhal­ten würde.

Die Bau­kos­ten wer­den auf 600 bis 800 Mil­lio­nen US-Dol­lar ge­schätzt, die jähr­li­chen Be­triebs­kos­ten lie­gen bei neun bis 15 Mil­lio­nen US-Dol­lar. Das Pro­jekt be­fin­det sich noch in ei­ner frü­hen Pla­nungs­phase und be­nö­tigt Fi­nanz­mit­tel, um vor­an­zu­kom­men.

MSC Mi­ami Cruise Ter­mi­nal (c) MSC Crui­ses

An­ge­sichts der Pas­sa­gier­re­korde so­wohl in Port­Mi­ami als auch in Port Ca­na­ve­ral, der an­hal­ten­den Ver­kehrs­war­nun­gen und der stei­gen­den Zahl von Schif­fen, die von Mi­ami aus in See ste­chen, hof­fen viele Kreuz­fahrt­pas­sa­giere, dass diese di­rekte Bahn­ver­bin­dung rea­li­siert wird.

Viele fra­gen sich je­doch, wel­chen Nut­zen dies für Kreuz­fahrt­pas­sa­giere hat, da die meis­ten emp­feh­len, be­reits am Tag vor der Ab­fahrt an­zu­rei­sen. Schließ­lich könnte ein ver­spä­te­ter oder an­nul­lier­ter Flug dazu füh­ren, dass man das Schiff ver­passt, so­dass die Pla­nung von Flü­gen am sel­ben Tag ein Ri­siko dar­stellt.

Wäh­rend man­che im­mer noch gerne Flüge am sel­ben Tag bu­chen und auf das Beste hof­fen, ist diese Zug­ver­bin­dung vor al­lem für die­je­ni­gen von Vor­teil, die von Bord ge­hen und schnell zum Flug­ha­fen müs­sen. Es ist die Ver­bin­dung von Port­Mi­ami zum Flug­ha­fen Mi­ami, die von Kreuz­fahrt­pas­sa­gie­ren wahr­schein­lich am häu­figs­ten ge­nutzt wird und so­mit dazu bei­trägt, den Ver­kehr am Ha­fen zu ent­las­ten.

Mi­ami (c) Alin An­der­sen via Un­s­plash

Die War­te­schlan­gen für Uber be­zie­hungs­weise Lyft und Ta­xis sind in Port­Mi­ami sehr lang. Man sieht oft eine Reihe von Men­schen, die auf ihre Uber-Apps schauen und auf ihre Fahr­ten war­ten, und das kann auf­grund des Ver­kehrs län­ger dau­ern, als die meis­ten er­war­ten.

Die Mög­lich­keit, di­rekt in ei­nen Zug zu stei­gen und zum Flug­ha­fen zu fah­ren, wäre ein ent­schei­den­der Fort­schritt. Da es sich je­doch um ei­nen ziem­lich weit­läu­fi­gen Kreuz­fahrt­ha­fen han­delt, vom ers­ten bis zum letz­ten Ter­mi­nal, müsste auch eine Art Stra­ßen­bahn­sys­tem ge­fun­den wer­den, um über­haupt erst zum Bahn­hof zu ge­lan­gen. Es ist je­den­falls ein Schritt in die rich­tige Rich­tung.

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