USA erlauben wieder Kreuzfahrten – aber mit strengen Vorgaben

Die US-Ge­sund­heits­be­hörde CDC (Cen­ters for Di­se­ase Con­trol & Pre­ven­tion) hat ihre bis 31. Ok­to­ber 2020 gel­tende „No Sail Or­der“ – also das Ver­bot für Kreuz­fahr­ten in den USA – nicht wei­ter ver­län­gert. Statt­des­sen gilt nun eine „Con­di­tio­nal Sai­ling Or­der“ mit zahl­rei­chen Vor­ga­ben. Die ge­samte Liste füllt nicht we­ni­ger als 40 Sei­ten.

Die drei gro­ßen US-Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men – Car­ni­val Cor­po­ra­tion, Royal Ca­rib­bean Group und Nor­we­gian Cruise Line Hol­dings – hat­ten be­reits zu­vor alle Rei­sen bis Ende No­vem­ber 2020 ab­ge­sagt. Aber auch ein Neu­start mit An­fang De­zem­ber könnte sich an­ge­sichts des um­fang­rei­chen und durch­aus her­aus­for­dern­den CDC-Re­gel­werks mehr als schwie­rig ge­stal­ten.

Die US-Ge­sund­heits­be­hörde be­tont je­den­falls, sie wolle si­cher­stel­len, dass bei ei­nem Neu­start der Kreuz­fahr­ten „nicht nur die Gäste und Be­sat­zungs­mit­glie­der si­cher sind, son­dern auch die Men­schen an Land“. Da­für sind drei Pha­sen vor­ge­se­hen – die Ein­rich­tung von La­bor­tests für Pas­sa­giere und Crew-Mit­glie­der, 15 Test-Kreuz­fahr­ten und schließ­lich ein um­fas­sen­der Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zess. Erst dann soll die schritt­weise Rück­kehr zu Kreuz­fahr­ten mit Pas­sa­gie­ren mög­lich sein.

Ei­nen ge­nauen Zeit­plan nennt die CDC da­bei nicht. Zu­dem be­hält sich die Be­hörde noch je­der­zeit Än­de­run­gen vor. So will man je nach Be­darf zu­sätz­li­che Auf­träge und tech­ni­sche An­wei­sun­gen an die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men er­tei­len. Die wich­tigs­ten Punkte der CDC-Vor­ga­ben fas­sen wir hier kurz zu­sam­men:

  • Alle Kreuz­fahrt­schiffe müs­sen bei der CDC ein Co­vid-19-Zer­ti­fi­kat für die „Con­di­tio­nal Sai­ling Or­der“ be­an­tra­gen, das auf den neu­es­ten Ge­sund­heits- und Si­cher­heits­pro­to­kol­len ba­siert. Die CDC kann die An­träge ge­neh­mi­gen, ab­leh­nen und auch spä­ter wi­der­ru­fen.
  • Alle Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men müs­sen vor dem Neu­start ins­ge­samt 15 si­mu­lierte Rei­sen durch­füh­ren. Diese Rei­sen ah­men ein nor­ma­les Kreuz­fahrt­er­leb­nis nach und be­inhal­ten auch Übun­gen für po­ten­zi­elle Aus­brü­che und po­si­tive Co­vid-19-Fälle an Bord.
  • Alle Kreuz­fahrt­schiffe be­nö­ti­gen eine Viel­zahl neuer Ver­fah­ren, um­fang­rei­che Test­mög­lich­kei­ten und Re­ak­ti­ons­pläne, um mit je­dem mög­li­chen Sze­na­rio fer­tig zu wer­den.
  • Die CDC be­hält sich das Recht vor, die Pas­sa­gier- und Be­sat­zungs­ka­pa­zi­tät, die Rei­se­rou­ten, die An­lauf­hä­fen, die Ak­ti­vi­tä­ten an Bord und noch vie­les mehr zu be­stim­men.
  • Kreuz­fahr­ten von Hä­fen in den USA dür­fen nicht län­ger als sie­ben Tage dau­ern. Die CDC be­hält sich das Recht vor, Kreuz­fahr­ten zu ver­kür­zen.
  • Die Kreuz­fahrt­schiffe müs­sen die Pas­sa­giere und die Be­sat­zung vor dem Ein­stei­gen über­prü­fen. Die Be­sat­zung muss künf­tig wö­chent­lich ge­tes­tet wer­den.
  • Die Schiffe müs­sen La­bor­tests al­ler Pas­sa­giere und Be­sat­zungs­mit­glie­der beim Ein- und Aus­stei­gen ge­mäß den CDC-Richt­li­nien durch­füh­ren.
  • Die Schiffe müs­sen ge­mäß den CDC-Richt­li­nien alle Stan­dards für Hän­de­wa­schen, Mund-Na­sen-Schutz, phy­si­sche Di­stan­zie­rung und an­dere Co­vid-19-Prä­ven­tio­nen ein­hal­ten.
  • Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men müs­sen die Ver­pfle­gungs- und Un­ter­hal­tungs­an­ge­bote an Bord än­dern, um die phy­si­sche Di­stan­zie­rung auf­recht zu er­hal­ten.
  • Bei Co­vid-19-Fäl­len an Bord hat die CDC das Recht, die Kreuz­fahrt so­fort ab­zu­bre­chen und das Schiff un­ver­züg­lich in den Aus­gangs­ha­fen zu be­or­dern.
  • Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men müs­sen eine Ver­ein­ba­rung mit Ge­sund­heits­ein­rich­tun­gen über die Eva­ku­ie­rung von in­fi­zier­ten Pas­sa­gie­ren und Be­sat­zungs­mit­glie­dern und ihre me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung in Kran­ken­häu­sern an Land nach­wei­sen.
  • Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men müs­sen eine Ver­ein­ba­rung mit ei­ner oder meh­re­ren Ein­rich­tun­gen an Land nach­wei­sen, in de­nen Co­vid-19-Fälle iso­liert und un­ter Qua­ran­täne ge­stellt wer­den kön­nen.
  • Die Kreuz­fahrt­un­ter­neh­men müs­sen eine Ver­ein­ba­rung mit der Ha­fen­be­hörde nach­wei­sen, in der die Zahl der Kreuz­fahrt­schiffe in ei­nem ein­zel­nen Ha­fen so weit be­schränkt wird, dass die Res­sour­cen der öf­fent­li­chen Ge­sund­heits­ver­sor­gung in der je­wei­li­gen Re­gion im Fall ei­nes Co­vid-19-Aus­bruchs nicht über­for­dert wer­den.

Gül­tig­keit hat die „Con­di­tio­nal Sai­ling Or­der“, bis das US-Ge­sund­heits­mi­nis­te­rium die Co­vid-19-Pan­de­mie nicht mehr als „Not­fall für die öf­fent­li­che Ge­sund­heit“ ein­stuft oder bis die Or­der vom CDC-Di­rek­tor selbst auf­ge­ho­ben wird. Tritt bei­des nicht ein, en­det sie am 1. No­vem­ber 2021.

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