IMO beschließt Emissionskontrollgebiet im Nordostatlantik

Der Um­welt­aus­schuss der In­ter­na­tio­nale See­schiff­fahrts­or­ga­ni­sa­tion IMO hat in Lon­don ein neues Emis­si­ons­kon­troll­ge­biet im Nord­ost­at­lan­tik be­schlos­sen. Für die Schiff­fahrt gel­ten ab Sep­tem­ber 2027 stren­gere Grenz­werte für Schwe­fel- und Stick­oxid-Emis­sio­nen.

Mit sei­ner Ein­füh­rung wird es welt­weit das größte Emis­si­ons­kon­troll­ge­biet sein und sich von Por­tu­gal über die Bri­ti­schen In­seln bis Is­land und Grön­land er­stre­cken. Gleich­zei­tig wer­den da­durch be­reits be­stehende Emis­si­ons­kon­troll­ge­biete im Mit­tel­meer, in der Nord­see und in Nord­ame­rika mit­ein­an­der ver­bun­den.

Han­sea­tic na­ture /​ Glä­ser­ner Bal­kon (c) Ha­pag-Lloyd Crui­ses /​ Chris­tian Wyrwa

Jörg-An­dreas Krü­ger, Prä­si­dent des Na­tur­schutz­bunds Deutsch­land, er­läu­tert, dass der Be­schluss zeigt, dass sich das Ein­ste­hen für stren­gere Um­welt­stan­dards lohnt, für Mensch, Klima und Na­tur. Die Schiffe müs­sen nun sau­be­rere An­triebs­tech­no­lo­gien und Treib­stoffe ein­set­zen, dies führt nicht nur zu deut­lich bes­ser Luft­qua­li­tät, son­dern kommt auch dem Kli­ma­schutz zu­gute.

„Das ist ein Mei­len­stein für die Um­welt und die Ge­sund­heit der Men­schen. Das Emis­si­ons­kon­troll­ge­biet wird die Luft­qua­li­tät ent­lang der Küs­ten­ab­schnitte er­heb­lich ver­bes­sern und gleich­zei­tig emp­find­li­che Öko­sys­teme vor Schad­stoff­ein­trä­gen schüt­zen.“

Jörg-An­dreas Krü­ger, Prä­si­dent des Na­tur­schutz­bunds Deutsch­land

Der Na­tur­schutz­bund Deutsch­land hat vor bald zehn Jah­ren ein Netz­werk aus Um­welt NGOs ge­grün­det, das sich für sau­bere Luft in Hä­fen und die Ein­rich­tung von Emis­si­ons­kon­troll­ge­bie­ten auf See ein­setzt. Nach dem Mit­tel­meer, das 2025 zum Emis­si­ons­kon­troll­ge­biet ge­wor­den ist, ist dies der nächste große Er­folg der vom Na­tur­schutz­bund Deutsch­land be­grün­de­ten In­itia­tive.

“Wir freuen uns sehr über die­sen Er­folg. Un­ser Dank gilt den na­tio­na­len Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen, den An­rai­ner­staa­ten und der EU-Kom­mis­sion, so­wie den be­tei­lig­ten Wis­sen­schaft­lern. Ein be­son­de­rer Dank gilt zu­dem dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­rium für das kon­ti­nu­ier­li­che En­ga­ge­ment in­ner­halb der In­ter­na­tio­na­len See­schiff­fahrts­or­ga­ni­sa­tion. Ohne diese Zu­sam­men­ar­beit müss­ten wir noch lange auf sau­be­rere Luft an den Küs­ten war­ten.“

Sönke Die­se­ner, Schiff­fahrt­ex­perte des Na­tur­schutz­bund Deutsch­land

Der lo­gi­sche nächste Schritt müsse nun sein, die ge­sam­ten EU-Ge­wäs­ser als Emis­si­ons­kon­troll­ge­biete aus­zu­wei­sen und so die letz­ten Lü­cken zu schlie­ßen. Diese Ver­ein­heit­li­chung der Stan­dards wäre nicht nur Im Sinne von Men­schen und Na­tur, son­dern würde auch glei­che Wett­be­werbs­be­din­gun­gen für die Schiff­fahrt ge­währ­leis­ten.

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