Royal Caribbean: Behörden stoppen „Perfect Day Mexico“

Die me­xi­ka­ni­schen Be­hör­den ha­ben den von Royal Ca­rib­bean ge­plan­ten gro­ßen Was­ser­park „Per­fect Day Me­xico“ an der me­xi­ka­ni­schen Ka­ri­bik­küste ab­ge­lehnt, wie Um­welt­mi­nis­te­rin Ali­cia Bár­cena am Diens­tag mit­ge­teilt hat.

Zu­vor hat­ten An­woh­ner und Um­welt­grup­pen die öko­lo­gi­schen Aus­wir­kun­gen des Pro­jekts scharf kri­ti­siert. Die Ab­leh­nung des Mega-Tou­ris­mus­pro­jekts un­ter­streicht den wach­sen­den Wi­der­stand ge­gen mas­sive Be­bau­ung in Me­xi­kos un­be­rühr­ten Küs­ten­re­gio­nen.

Per­fect Day Me­xico (c) Royal Ca­rib­bean Group

Um­welt­mi­nis­te­rin Bár­cena be­tonte auf ei­ner Pres­se­kon­fe­renz, dass das Pro­jekt keine Ge­neh­mi­gung er­hal­ten werde, und fügte hinzu, dass das Un­ter­neh­men auch Schritte zur Rück­nahme des Pro­jekts ein­leite. Royal Ca­rib­bean teilte Reu­ters mit, man be­dauere die Ent­schei­dung, re­spek­tiere aber die me­xi­ka­ni­schen Um­welt­be­hör­den.

Royal Ca­rib­bean fügte hinzu, man sei wei­ter­hin op­ti­mis­tisch, in Me­xiko zu in­ves­tie­ren, und plane, in den kom­men­den Wo­chen mit In­ter­es­sen­grup­pen über die Schaf­fung lo­ka­ler Ar­beits­plätze und die Um­welt­in­fra­struk­tur zu spre­chen.

Das Pro­jekt „Per­fect Day Me­xico“, des­sen Er­öff­nung für Herbst 2027 in Ma­ha­hual, ei­nem Ba­de­ort in der Nähe ei­nes Ko­ral­len­riffs, er­fol­gen sollte, wurde als größ­tes, auf­re­gends­tes und ge­wag­tes­tes Rei­se­ziel be­wor­ben, mit Strand­clubs, Pools, Bars und mehr als 30 Was­ser­rut­schen. Royal Ca­rib­bean, das zahl­rei­che Kreuz­fahr­ten in Me­xiko und der Ka­ri­bik an­bie­tet, sieht Per­fect Day Me­xico als Teil sei­ner Stra­te­gie, In­ves­ti­tio­nen in land­ba­sierte Rei­se­ziele aus­zu­wei­ten.

„Wir dür­fen nichts tun, was die­ses Ge­biet be­ein­träch­tigt, das ein sehr wich­ti­ges öko­lo­gi­sches Gleich­ge­wicht auf­weist und ins­be­son­dere für die Riffe von gro­ßer Be­deu­tung ist.“

Clau­dia Shein­baum, Prä­si­den­tin von Me­xiko

Ma­ha­hual, Hei­mat von we­ni­ger als 3.000 Men­schen, ist be­kannt für sein kla­res, war­mes Was­ser und die Nähe zum Me­so­ame­ri­ka­ni­schen Riff, dem größ­ten Riff der west­li­chen He­mi­sphäre. Die­ses lockt Tau­cher an, die die Viel­falt an Fi­schen, Ko­ral­len und an­de­ren Mee­res­le­be­we­sen be­stau­nen wol­len. Schild­krö­ten nis­ten ent­lang der Küste, die in dichte Man­gro­ven­wäl­der und tro­pi­schen Dschun­gel über­geht, der auch Ja­gua­ren ein Zu­hause bie­tet. Die Um­welt­or­ga­ni­sa­tion Green­peace warnte, die Re­gion be­finde sich an ei­nem ent­schei­den­den Wen­de­punkt und wies dar­auf hin, dass das Pro­jekt und seine Ver­bin­dung zum wach­sen­den Kreuz­fahrt­tou­ris­mus er­heb­li­che Fol­gen für die Um­welt ha­ben könn­ten.

Ma­ha­hual an der Costa Maya (c) Ah­met Demi­ro­glu via Un­s­plash

Auch on­line regte sich gro­ßer Wi­der­stand. Eine im Juli 2025 ge­star­tete Pe­ti­tion auf Change.org, die den Stopp des Pro­jekts for­dert, er­reichte in den letz­ten Ta­gen über vier Mil­lio­nen Un­ter­schrif­ten. Die Or­ga­ni­sa­to­ren der Pe­ti­tion ge­ben an, dass der ge­plante 90 Hektar große Was­ser­park in ge­schütz­ten Man­gro­ven­wäl­dern er­rich­tet wer­den soll und da­mit die Le­bens­weise der lo­ka­len Be­völ­ke­rung, den Zu­gang zu Strän­den und das Über­le­ben der Mee­res­le­be­we­sen be­droht. Das Ge­biet liegt in der Nähe der Stre­cke des Maya-Zu­ges, ei­nem Re­gie­rungs­pro­jekt, das die Ent­wick­lung in­di­ge­ner Maya-Ge­mein­den jen­seits der über­füll­ten Strände von Can­cún för­dern soll, aber von lo­ka­len Grup­pen und Um­welt­schüt­zern kri­ti­siert wird.

www.royalcaribbean.com

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN